Erde bebte mal wieder

Sitzt man friedlich auf dem Sofa, grummelt und rumpelt es unter den Füßen. Jaime kommt mit schreckgeweiteten Augen angerannt, Hund springt nervös aus dem Korb, ich stehe vorsichtshalber auf – bereit aus dem Haus zu sprinten – aber dann gibts doch nur noch ein etwas stärkeres Rumpeln und alles ist wieder ruhig.

Mach dich nackig

In Queensland sind einige Polizisten – bis auf einen Partygänger waren alle anderen dienstfrei, aber dennoch mit Polizeivan unterwegs  – am Tage an einer roten Ampel nackig aus dem Auto gesprungen und haben einige Runden ums Auto gedreht. Wie es heißt, waren sie zu einem Junggesellenabschied unterwegs. Eine Frau hat daraufhin die Polizei angerufen und sich beschwert :-)

Jetzt schämen sich alle und die Polizei hat ihre Mühe Schadensbegrenzung zu betreiben. Wo bitte waren die Leute, die sonst ihre Fotohandys zücken? Fotos sehen will!

Krass – voll krass

In Afghanistan haben nur Männer eine Meinung, dafür dürfen in Afrika Frauen oder ihre Neugeborenen/Babies/Kinder gleich in Scharen sterben.

Beides in der Stern Bildergalerie zu bestaunen.

Kleine Serie in The Age über einige australische Footballspieler die *gasp lesen. Ja. Bücher. Wer hätte das gedacht, zumal manche ja wirklich aussehen, als könnten se nicht bis drei zählen. Und diese  grässlichen Footballsendungen – vor dem Spiel, während des Spiels, nach dem Spiel und dann noch donnerstags die Footy Show in der alle Hässlichen und Unterbelichteten vereint sitzen und über ihre eigenen Witze künstlich lachen. Nur das Publikum lacht echt – und das gibt mir ernsthaft zu denken.

Da war doch der Artikel über Pearl Jam ein wahrer Genuss und Eddie Vedder, der Leadsänger und auch Songwriter der Band sagt über sich: I turned my anger into positive energy. Diesen bemerkenswerten Satz sollten sich mal alle Amoklauf-Blagen hinter die Ohren schreiben. Und ich hab immer noch keine Tickets fürs Konzert besorgt. Womöglich bin ich zu spät, ich vergessliche Hippe. Ach wat, ich bin ja gar nicht so vergesslich, nur im Moment etwas geizig. Vor allem hänge ich dauernd auf der Sitzplatz 61 Webseite rum (seat61.com) und gucke mir Zugrouten von Asien nach Europa an … tsetsetse

Wirklich krass ist, ist das mir heute erst klar geworden ist, dass es eigentlich viel schöner ist in einer Band zu arbeiten, als sich als Autorin zu bemühen. Mensch noch mal, gemeinsame Arbeit aller Bandmitglieder bei der Herstellung eines Albums und ich tippse einsam rum. Wie öde ist das denn? Sehen wir jetzt davon ab, dass ich weder ein Instrument spielen kann, noch einen Ton halten, würd ich glatt tauschen.

Und jetzt noch der Aufreger der Woche – meiner natürlich – mag ja Menschen geben, die sich gerne im Fernsehen reale Operationen ansehen. Also ich ärgere mich immer flau im Magen, wenn ich statt den Anfang meiner aufgenommenen Serie zu erblicken  (ich kann einfach nicht noch werbungsblöder werden) mit offenen Körpern konfrontiert werde. Diese Tränendrüsen-Realityshows überziehen grundsätzlich ihre Sendezeit.

So spricht die bissige Catherine Deveny in ihrer TV-Show Kolumne mir voll und ganz aus dem Herzen, wenn sie anmerkt: … I want to have my tender and touching story sandwiched between an ad (Werbung) for dog food with added omega-3 and a promo for the steaming pile of shit on after this one …

PS Dass man mir am Montag ja zum Geburtstag gratuliert, wenn ich schon meinen Kuchen selbst backen muss.

Wie wär’s mit Strichcode auf der Stirn tätowiert?

Oder vielleicht doch besser unterm Auge, soll ja auch Menschen geben, die einen Pony tragen. Braucht man keine Kreditkarten, Ausweispapiere, kein Bargeld und diesen ganzen lästigen Kiki der sich im Laufe eines überwachten Lebens so ansammelt.

In unseren Supermärkten gibt es ja seit längerem Selbstbedienung an manchen Kassen. Da darf man seine Ware scannen, selbst einpacken und bezahlen. Billiger ist der Service allerdings nicht. Ich will bedient werden. Ich will, dass mir alles schön eingepackt wird – ja hör ma, wo sind wir denn hier, dass der Service immer mickriger wird? – und ich will auch menschlichen Kontakt haben. Gut, auf extrem geschwätzige Teenager oder schneckige Fuffzigjährige kann ich auch gut verzichten, aber trotzdem. Sind auch Menschen.

Jetzt gibt es demnächst einen Versuch Kunden in einigen Supermärkten den intelligenten Einkaufswagen unterzujubeln. Der hat einen kleinen Bildschirm, der einen mit Werbung vollnudelt. Kann’s kaum abwarten noch mehr manipuliert zu werden, als ich mich ohnehin schon fühle. Und ich sag euch, das Gefühl ist kein schönes Gefühl. Das verursacht mir Wut im Bauch. Aber richtige. Wenn mich demnächst noch der Einkaufswagen vollblubbert, wander ich aus. Aber nicht nach Amerika, da kommt die Scheiße nämlich her.

Strickmuster – Klischees

Lese ich die einestages Serie im Spiegel über Filmklischees. Ja. Ich gehöre auch zu den Zuschauern, die manche Klischees zu schätzen wissen. Wo bleibt denn die Spannung, wenn man nicht vorhersehen kann, was passiert? Eben! Manche Klischees empfinde ich so ausgelutscht, dass man nur noch gähnen kann.Wenn Spannung dadurch erzeugt werden soll, dass jemand in letzter Sekunde vor der Katastrophe oder was noch seine Schildkröte retten will oder die Tage im Buch die Polizistin ! sich keine Zeit mehr genommen hatte, doch noch backup per Handy zu rufen – aber dazu hätte sie dann das Fabrikgebäude verlassen müssen – und das geht nun wirklich nicht – empfinde ich überhaupt keine Spannung. Dann kann ich meine Gabe in die Zukunft zu sehen nutzen und erzählen, wie es weitergeht.

Ich habe schon viele Leute gefragt, warum Polizisten (vorzugsweise in den CSI Serien?) Taschenlampen so seltsam in den Händen halten. Nicht so hausfrauenlaienhaft wie unser Einer, nämlich Daumen oben. Nein, sie umschließen Lampe mit allen vier Fingern, Daumen unten und leuchten von oben nach unten. Sieht so unbequem aus. Ich wäre schon längst tot oder sehe die Umgebung umgekehrt – von unten nach oben.  Niemand konnte mir eine ausreichend logische Antwort darauf geben. Ich – als trainierte Polizistin und Selbstverteidigungs Expertin – denke mir, das machen die, damit sie im Notfall schneller reagieren können.

Der kurz vor der Pensionierung stehende totkranke Polizist wurde auch noch im Artikel erwähnt. Ich habe noch ein Klischee. Der Bulle ist grundsätzlich geschieden und hat ein Magengeschwür – merkt man daran, dass er immer direkt aus der Arzneimittelflasche süppelt. Zwei Kollegen haben grundsätzlich ne Beziehung gehabt, die so dysfunktional war, dass sie jetzt nur noch gute Freunde sind. Der verletzte Polizist oder kürzlich Lilly Rush – bleiben grundsätzlich nicht zur Beobachtung im Krankenhaus, sondern schleppen sich pflichtbewusst und obsessed weiter durch die Handlung und stellen selbstverständlich den Bösewicht. Die Kollegen nicken wortlos ihre Anerkennung, dann fällt Held oder Heldin vor Erschöpfung um.

Ach, ich sehe jetzt erst, dass zum Artikel auch jede Menge Kommentare zu lesen sind. Bei manchen habe ich beinahe Tränen gelacht. Die Taschenlampe wurde auch erwähnt und siehe da, Madam hat richtig gedacht. Witzig fand ich auch den Kommentar, der da besagt, dass der Polizist seine Ex immer noch liebt, selbst wenn sie ihn vor 30 Jahren verlassen hat.

Einbrecher?

Sitze ich arglos vorne im Wohnzimmer und sammel Bananen, der Kleine grade im Bett, die beiden Männer nicht da. Einer wollte gar nicht nach Hause kommen, der andere wie üblich dienstags erst gegen Mitternacht. Höre ich ein Geräusch, das ich zunächst einige Sekunden lang ignoriert habe, dann aber irritiert den Ton am TV ausgeschaltet und gelauscht. Und was höre ich? Hinter mir an der Eingangstür schabende Geräusche, grad so, als versuchte jemand das Schloß zu knacken. Mind you – ich hab nicht im Dunkeln gesessen, dass jemand sehr wahrscheinlich zu Hause war, sollte dann doch klar sein. Klar, ich lasse abends mal eine Lampe brennen, auch wenn ich einkaufen gehe. Ich mag nicht mehr in ein völlig in Dunkelheit getauchtes Haus kommen und nach dem Lichtschalter fummeln. Hab ich mir aus amerikansichen Filmen abgeguckt.

Nachdem ich sekundenlang mit gesträubten Nackenhaaren panisch überlegte, was zu tun sei, kam ich auf die Idee den Hund aus dem Tiefschlaf zu zerren. Normalerweise schlägt Hund ja an, aber es ist bald so, als wäre sie in den wenigen vergangenen Wochen furchtbar gealtert und dementsprechend hat sie reagiert. Einmal verschlafen den Kopf über den Korbrand gehoben und ihn gleich wieder fallenlassen. Gut aufgepasst Hund – hab mich gleich sicherer gefühlt!

Das war das erste Mal in meinem bisherigen Leben, dass ich wirklich wirklich richtig Schiss hatte. Als erstes die Hintertür auch noch verschlossen, versucht Marco anzurufen, versucht John anzurufen – Handy lag klingelnd auf dem Esstisch – dann habe ich meinen Schwager angerufen. Sie wohnen ja nicht weit weg von uns und er kam auch gleich mit Taschenlampe und hat sich gründlich draußen umgesehen. Haben dann noch ne Weile gequatscht und ich war wieder ruhiger. Es ist ja nicht schwer in Aussiehäuser einzubrechen – Einzelheiten spare ich mir jetzt – sonst werden wir bald wirklich ausgeraubt haha – aber bislang habe ich mich doch sicher gefühlt. Auch wenn kürzlich ein Mann aus dem Nachbarort mit seinem vierjährigen Sohn aufs Polizeirevier spazierte und erklärte, er habe soeben seine Frau umgebracht. Messerstechereien, Faustschläge, Fußtritte – gerne gegen den Kopf – Einbrüche, Vergewaltigungen und dergleichen, Schießereien auf offener Straße – das alles findet woanders statt. Yo. Und Schweine können doch fliegen.

Studentenausbeutung – human nature?

Die Geldgeilheit mancher Menschen widert mich an. Wie oft habe ich in den vergangenen Monaten gelesen, wie ausländische Studenten ausgebeutet werden? Beinahe wöchentlich. Kommt mir zumindest so vor. Der Bildungsmarkt in Australien ist Milliarden Dollar wert, Universitäten und Colleges chargen top Dollar für ausländische Studenten. Irgendwo unterkommen müssen sie ja schließlich auch und hier hat sich auch gleich wieder eine Subkultur der Vermieter breitgemacht, die Häuser oder Wohnungen mit menschlicher Masse vollstopfen.

Angeblich ist es von manchen Studenten so gewollt, um Geld zu sparen. Mmmh – und Schweine können fliegen. Erst kürzlich sind einige Colleges dicht gemacht worden, weil sie irgendwie doch nicht offiziell anerkannt waren, die Studenten wahnsinnig viel Kohle bezahlt haben, nebenher Vollzeit arbeiten mussten ohne Bezahlung und im Grunde überhaupt keine Ausbildung bekommen haben. Ach ja und das Zertifikat für Englisch konnte auch für schlappe 5000 $ gekauft werden. Was haben Studenten eigentlich davon, die Sprache eher nicht zu lernen und sich dann an der Uni einen abzuquälen und alle anderen auch noch im Lernen behindern, weil keine Sau sie versteht undoder sie nix verstehen?

In Brisbane hat man jetzt 37 Studenten in einem Haus vorgefunden. Irgendwo dort soll es auch vier Mädels gegeben haben, die sich ein Bett teilen mussten. Bauarbeiterklos im Garten. wohnen in Garagen usw. Was die Vermieter dieser Unterkünfte angeht, weiß ich jetzt nicht, ob es sich hierbei um immigrierte Asiaten handelt oder auch hier geborene Aussies ihre Finger im Portemonnaie der Studenten haben. Bei den privaten Colleges jedenfalls war auffällig, dass es oft Asiaten waren, die ihre eigenen Landsleute über den Tisch zogen. Ach was sag ich … vollauf betrogen haben.

Nix mit Solidarität untereinander, jeder ist sich selbst der Nächste. Ich bin ja schon lange nicht mehr der Menschenfreund, der ich einmal war. Die rosecoloured glasses habe ich abgenommen, aber dennoch glaube ich, man muss schon wirklich sehr skrupellos sein, um auf Kosten anderer Menschen das eigene Bankkonto zu füllen. Ich bin froh, dass diese Charaktereigenschaft nicht in mir steckt.