Madam plant akribisch

ihre Reisen nach D.-Land, nur wenn im Kopf nicht viel geht, kann auch ihr mal ein gehöriger Schnitzer passieren. Zum ersten Mal nachts losgeflogen und noch nie den Flughafen Melbourne so leer gesehen. Auf meine Frage beim einchecken, ob der Flieger voll sei, kicherte das Bodenpersonal und meinte, er wäre nur zu einem Drittel voll. Innerlich und äußerlich jubelierend hatte ich gleich Lust doch loszufliegen, wo ich zwei Stunden vorher noch verzweifelt meine Ticket Konditionen im Internet gesucht habe, weil ich den Flug canceln wollte. Ich habe zwar nie wirkliche Vorahnungen, aber ich habe mich gar nicht gut gefühlt und dann fuhr ja auch später auf der Autobahn noch ein Auto mit dem Kennzeichen TOT neben uns. Nicht gelogen – ich schwöre. Sofort U-Turn hab ich in Johns Ohr gebrüllt, aber der hat nur gelacht.

Jaime und ich hatten die gesamte Vierer-Sitzreihe für uns, hinter uns war auch alles frei und so habe ich die 7 Stunden von Melbourne nach Singapur die meiste Zeit liegend und dösend verbracht. Auf Vorrat ausgestreckt sozusagen, da man ja nie wissen kann, ob in Singapur nicht doch noch Leute dazu steigen. Und wie ich so halb dösig auf den Bildschirm vor mir gucke auf den ich die Flugroute eingestellt hatte, zeigt mir das Flugzeug an, dass wir schon sehr nahe an Singapur sind. Es hätte doch schon längst eine Durchsage kommen müssen – Tischken hochklappen, Lehnen grade stellen, anschnallen und dieser Kiki. Naja, denke ich mir, so akurat wird die Routenanzeige dann doch wohl nicht sein und als ich das nächste Mal gucke waren wir an Singapur vorbei geflogen. What the fuck?

In meiner Panik wollte ich zunächst eine Flugbegleiterin suchen und verlangen – ach was sage ich – fordern, notfalls unter Gewaltandrohung: sofort anhalten, umdrehen. Singapur. Landen. Jetzt! Die Panik hatte dann doch relativ schnell nachgelassen, als mir klar geworden war, dass ich einen non-stop Flug von Melbourne nach Dubai gebucht hatte und machtlos war. Ärger über mich fraß an mir – aber das Glas war schnell wieder halb voll wegen der freien Sitzplätze. Was bleibt einem auch anderes übrig, als sich zu fügen? Hätte ich die Flugzeit auf meinem Sitz aushalten müssen, wäre ich mit Baumstammbeinen ausgestiegen. Nette 14 Stunden eingesperrt mit diesen popeligen Essensdöschen und habt ihr eigentlich schon mal bemerkt, dass man den Deckel von der Kaffeesahne niemals ohne das die Milch über die halbe Hand spritzt, öffnen kann?

Jaime war genauso begeistert wie ich und der einzige Trost war die Sitzreihe, die ich ganz für mich alleine hatte. So torkelten wir dankbar in Dubai aus dem Flieger und haben tatsächlich 4.5 Stunden Aufenthalt genossen. Der neue Terminal 3 ist sehr schön. Gefällt mir viel besser, als Terminal 1. Nur rauchen darf man dort nirgends und das finde ich ganz gemein. Es gibt allerdings eine Bar dort, in der man rauchen darf, aber dann muss man natürlich auch was bestellen und da gibts auch wieder ein Minimum auf Kreditkarte Bestellung, aber das war mir so was von piep. Die Rechnung kommt, wenn ich noch gar nicht zu Hause bin hähä. Der Anschlussflug war proppevoll und obwohl ich mithilfe von Rücksichtslosigkeit (die sehen mich eh nie wieder) alles aus dem Weg schob, was mir im engen Gang im Weg rumstand und wir so ziemlich als Erste den Flieger verlassen konnten (also nach den Erste- und Businessklasse Passagieren, den Alten, Kranken und Siechen, Familien mit Kleinkindern und Dicken), ist mein zweiter Koffer erst ganz zum Schluss aufs Gepäckband befördert worden. Empööörend.

Solltet ihr eine Frau mit dicken Tränensäcken und Schatten unter den Augen sehen, könnte ich das übrigens sein.

Lina

Mini Indian Summer in Deutschland und ich bin froh das Laub an den Bäumen zu sehen. Kahle Äste wären ein Graus – gerade jetzt -  gestern Nachmittag ist meine Großmutter gestorben.

Seltsam wie mich die Färbung des Laubes friedlicher stimmt – vielleicht weil ich ohnehin mehr Frühjahrs- und Herbsttyp bin oder weil der Kreislauf sich langsam schließt und auch Omas life full circle gekommen ist.

 

Was ist das denn?

Badelatschen USB Stick von Küchentheke genommen und kräftig an der falschen Seite gezogen. Jetzt in Tonne gekloppt. Das ist deshalb so ärgerlich, weil:

  1. das Ding 3x so viel gekostet hat, wie ein stinknormaler Stick
  2. Datensicherung aus bestimmten Gründen gemacht wird
  3. ich weder Zeit noch Lust habe kurz vorm Abflug Dateien zu kopieren
  4. es eine erwachsene Frau war, die gefummelt hat
  5. ich jetzt eine neue Latsche besorgt habe, die aber leider nicht im zarten Pink, sondern im kräftigen Pink daher kommt

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Ich will mir jetzt die Bettdecke über den Kopf ziehen und schlafen und nie wieder aufstehen, stattdessen muss ich noch fertig packen, kriege immer schlechtere Laune und hätte jetzt eigentlich gerne mal was leckeres gegessen, weil seit dem Frühstück nur zwei Schnitten gefuttert und es ist schon wieder 17 Uhr. Und wie ich so erwartungsvoll in den Kühlschrank gucke und die kleinen Schnitzel von gestern Abend vertilgen möchte, sind die nicht auffindbar. Mensch noch mal, dass hier von einem jungen Mann ewig schamlos was weggeputzt wird, ohne mal zu fragen, ob man evtl. etwas davon möchte, nervt aber auch.

So aufmerksam muss ein Mann sein

nix mit candlelight dinner und so ein Kiki – grade eben kommt mein Mann abends von der Arbeit und drückt mir ein Buch in die Hand. I am Ozzy. Erst vor wenigen Tagen habe ich ein Interview mit Ozzy Osborne gelesen und das sein neues Buch auf dem Markt ist. Sach ich noch so: Kaufe ich mir, ist bestimmt lustig geschrieben, aber erst, wenn die mit dem Preis runtergehen. Ich meine, grad Ozzy braucht mein Geld nicht.

Freue mich auf die Lektüre und darüber, dass ich einen Partner habe, der, wenn er etwas sieht, an mich denkt :-)

50 $ – 12 $ =

… Moment, ich habs gleich – tipptipptipp auf Taschenrechner … *aargh Werden nur die ganz Doofen Friseur in Oz? Neulich einen Gutschein vom gleichen Friseur gekauft, der ein Rechtschreibfehler enthielt, heute eine andere Person (junger Mann übrigens mit Top-Frisur), der keine popeligen 12 $ von 50 $ abziehen kann.

Voll krass.

Mein Mann versteht mich nicht

und ich ihn  nicht. Natürlich fällt mir gleich dazu der uralte Hape Kerkeling Gag ein, bei dem sich dann herausstellt, dass seine Frau Polin ist und er keinen Piep polnisch spricht.

Die gesamte Woche stehe ich spät auf und nörgel einen deutschen Satz heut vormittag … Ich kriech die letzen Tagen nichts gebacken. Was willst du backen? Das Wort kannte er. Ich sach, ich will gar nichts backen – hast du mich jemals BACKEN sehen? Meine Herren bist du heute testy. Was bin ich? Testy. Was soll das heißen? Angry. Du bist seit Tagen angry.

Bin ich nicht, verdammt noch mal, ich dreh am Rad. Das ist ein Unterschied. Angry … pffft.

Ich kann schon mal grün vor Neid werden

weil ich nicht zeichen kann und andere Menschen sehr wohl. Da sitze ich dann und staune darüber, wie talentiert manche Menschen sind und wie leicht es ihnen von der Hand zu gehen scheint. Sicher habe ich dafür andere Talente (das Talent souverän mit schwierigen MitbürgerInnen umzugehen geht mir leider völlig ab) – aber es geht mir gar nicht darum. Ich fühle mich deshalb nicht schlecht, ich hätte nur auch gerne dieses Talent. Ich stelle mir das sehr entspannend vor zu zeichnen. Mit Zeichentalent kann man so viele verschiedene Berufe ausüben – NeidNeidNeid – gut, mit Schreiben auch. Komischerweise fällt mir auf Anhieb mal wieder die Frau ein, die Schreiben zum Beruf gemacht hat, aber mich mit ihren Texten ins Koma befördert hat. Und das lag nicht daran, dass ich Frau Pingelig sein kann.

Das bedeutet jetzt leider nicht im Umkehrschluss, dass ich völlig zeichentalentfrei eine Anstellung als Zeichnerin bekommen könnte. Schwamm drüber. Ist auch gar nicht mein Streben. In Gegenwart meines Mannes vermeide ich tunlichst vom zeichnen zu reden und das kam so:

“Du, kannst du nicht ein Bett für Jaime bauen?” “Mmmh ja klar, warum nicht. Was stellste dir denn vor?” “Ja also, ein einfaches Bett und darunter will ich Schubladen haben.” “Ja, aber wie soll das denn aussehen?” “Wie, wie soll das aussehen?” Und dachte mir bissig, wie soll so ein Einzelbett für einen Zweijährigen schon aussehen? “Wenn ich jetzt anfange was zu bauen, dann meckerste hinterher rum … mach mal ne Zeichnung.” “Ich kann nicht zeichnen.” “Macht nichts, das kriegste schon hin. Ist ja nur ein Bett. Wirste dir ja wohl was vorgestellt haben.”

Das ist jetzt acht Jahre her. Er lacht immer noch über meine Zeichnung. Die ersten fünf Jahre konnte ich noch mitlachen, jetzt nicht mehr. Heute wird nur noch ein Auge verengt, die Nase kraus gezogen und das linke Ende meiner Oberlippe nach oben gezogen. Auch meine liebenswerte Eigenschaft schon mal in der Lage zu sein über mich selbst zu lachen, kennt Grenzen.

Ich frage mich auch, ob man Kinder eigentlich traumatisieren kann, indem man, wenn sie einem eine Zeichnung zeigen und gelobt werden wollen, nach langem betrachten irgendwann doch fragen muss, was denn das sei. Mir tut das ja manchmal in der Seele weh – weil für die Kleinen ist ja sonnenklar, was sie da gemalt haben – und wenn sie es erstmal erläutern, sieht man es plötzlich auch. Manchmal. Oder man tut so, als würd man es sehen. Oder ich suche jetzt verzweifelt eine Ablenkung von meiner traumatischen Erinnerung  für meinen blöden Mann eine blöde Skizze hergestellt zu haben.

Woher soll ich denn wissen, warum mein Mann an einem Stück Papier erstickt ist, Euer Ehren?

Aber guckt euch doch mal dieses Talent an. Meine Haut hat jetzt den Ton einer reifen Avocado angenommen.

Oder diese begnadete Grafiksoftwarebeherrscherin