Der Duft deutscher Kneipen

Aaah … mmmh… nicht gerade lecker, aber so wie früher … *rauchrauch … und so kann Glück auch aussehen: Auf einem Barhocker sitzen, ein Bier trinken und qualmen. Seit Jahren nicht mehr getan, nostalgischen Gedanken nachgehangen und aus dem weihnachtlich geschmückten Fenster geguckt. Nur die Musik war voll Scheiße – Golden Oldies – oh Graus.

Ich will kaufen

und zwar was Interessantes, was Schönes, was Überflüssiges, was Schnickschnackiges – irgendwas, nur nicht was man braucht, so wie gestern: Lebensmittel *gähn, Benzin *supergähn

Lade mir gerade Dieter Nuhr und Hape Kerkeling auf den iPod. Geht ja schwupps alles online und irgendwie befriedigt das gar nicht, so zu kaufen. Ich gehe nämlich ganz gerne mal in einen Laden:

Aussuchen, wieder weglegen, weiter im Laden gucken, diverse Artikel unterm Arm klemmen, nachdenken, Mitten im Gang stehen bleiben und alles von vorne und hinten ausgiebig betrachten, Tastprobe machen, wieder was weglegen, doch wieder das erste Produkt nehmen, zur Kasse gehen. An der Kasse noch alles Schnickschnackiges betrachten, anfassen, ausprobieren, dumme Fragen dazu stellen.  Eventuell auch noch kaufen. Im Kopf Gesamtsumme überschlagen, mich grämen, nachdenken, doch nicht alles kaufen. Portemonnaie rauskramen (ist auch nie da, wo man es hingepackt hat), Geld wechselt den Besitzer, Tüte wird einem inne Hand gedrückt – man freut sich, oder auch nicht – je nach Gesamtsumme. Während des Bezahlvorgangs Blick schweifen lassen … kenn ich den? … die hab ich wo schon mal gesehen? … was für eine Grottenfrisur … mmh der sieht lecker aus … schnell umdrehen, die will ich nicht sehen! … Mindestens noch 2-5 x inne Tüte gucken, während andere Geschäfte angesteuert werden. Einmal schnell Hand inne Tüte, Ware befühlen. Bekannte treffen. Ware wieder rauskramen. “Guck mal”, sagen und Ware von allen Seiten befühlen und betrachten lassen.

Mimik des Guckenden intensiv beobachten. Ware schnell wieder wegnehmen, sonst kommen noch Flecken dran.

So geht einkaufen. Dieses Stromeinkaufen ist so, als würd man gar nichts wirklich für sein Geld kriegen. Echt fies, aber echt.

Nie war sie so aufgeregt

wie heute. Marco und Jess sind im Morgengrauen in Frankfurt gelandet und gegen 12.30 Uhr holen wir sie vom Bahnhof ab. Bin schon früh auffe Beine und hab Kribbeln im Bauch.

Kathrinchen hat heute Geburtstag und fährt seit einigen Tagen mit einem weihnachtlich geschmücktem Auto herum. Foto folgt.

Gestern Abend war meine Schwester verschwunden. Es hat gehagelt, gestürmt, geregnet. Denk ich mir so: Sie ist bestimmt unten bei ihrem Mann. Yo, unten war sie auch, aber in der Garage. Mal eben Mülltüten an die Straße stellen, Auto in die Garage fahren …. ging aber nicht wegen des Wetters. Da stand sie dann mindestens geschlagene 5 Minuten in der Garage und kam wegen des Wetters nicht raus. Auto stand immer noch auf dem Grünstreifen und die Mülltüten immer noch in der Garage. Heute morgen waren es dann bereits 10 Minuten, morgen sicherlich mindestens 15. Ich lache immer noch. Auch dumm, wenn Hintertüren, die zum überdachten Hinterhof führen abgeschlossen sind :-)

Verpasst, verpasst, verpasst

Pearl Jam hat seit 15 Jahren am Freitag mal wieder in Melbourne gespielt und ich war nicht da. Mehr als doof, das. Scharfe Songs, fantastische Texte und jetzt hör ich mir über iPod die Ohren wund.

Eins meiner Lieblingsstücke ist Off he goes und da ich weiß, dass alles was ich hier sage strickt unter uns bleibt  … I’m a sucker for male voices … jaja, jede Frau hat ihre Schwächen. Manche kaufen ständig Schuhe, mich kann man mit männlichen singenden Stimmen ködern. Mit den besonderen, einzigartigen Stimmen, ich red jetzt nicht von kiksigen no voice Sängern.

Das ging ja zack-zack

und so muss das auch. John schreibt mir, dass der Whirlpool jetzt versenkt worden ist. Dale, Marco und Jess haben mitgeholfen. Jetzt muss er nur noch gefüllt werden. Ferner schreibt er, wenn mir die 15 cm, die er nicht versenkt werden konnte, weil Leitungen im Weg waren, ein Dorn im Auge sind, wird das Haus umgehend verkauft. Er würde weder noch einmal sägen, graben, Erde wegschaffen, noch einen sauschweren Whirlpool auch nur einen Zentimeter bewegen. Ach so. Ja, da halt ich doch besser meinen Mund und freue mich aufs erste nackige reinhüpfen :-)

 

Freddo der Frosch – nie war er so wertvoll

Einen hab ich noch, auch wenn deutsche Medien zunehmend über Australien berichten, so auch eine Bilderserie im Stern über Heimkinder aus meinem letzten Beitrag, will ich euch nicht vorenthalten, dass man einen zwölfjährigen Aboriginal Jungen in Westaustralien vor Gericht zerren wollte, weil er *nachluftschnapp – einen geklauten Schokoladenfrosch von einem Freund erhalten hat. Und so dreist war ihn auch noch aufzuessen. Irgendein Schild hatte der Freund auch noch geklaut und dem Jungen gegeben.

Da wurde mal wieder mit Kanonen auf Spatzen geschossen – gar nicht überraschend – denn Aboriginal werden wohl immer noch anders behandelt, als Weiße.

Quelle: The Age

… A chocolate Freddo usually sells for about 70 cents.

In the aftermath, when the boy missed a court date last month due to a family misunderstanding, police arrested him at 8am on a school day.

He was then locked up for several hours in the holding cell at the police station before being placed before the magistrate.

Chief lawyer of the WA Aboriginal Legal Service, Mr Collins, said the cell was unfit for children.

The boy was a ”very shy, softly spoken” child who was frightened by the court proceedings, he said.

The boy lives with his mother, who works as a cleaner.

A senior officer from the Northam police station defended police conduct yesterday.

The case was due to return to the Children’s court in February…

Gestern äußerte sich ein pensionierter Richter, der sich für die Rechte der Kinder einsetzt so:

Leading children’s rights campaigner John Fogarty, a retired Family Court judge, said: ”If this was a non-indigenous child, the most he would probably get in Victoria and most other jurisdictions, would be the mildest of warnings by the local sergeant.”

Erster Artikel, in dem es auch schöne Zahlen gibt, die da besagen, dass aboriginal Jugendliche häufiger in kriminellen Statistiken auftauchen, als andere Kids hier. Zweiter Artikel  hier.

Obwohl es jetzt doch nicht vor Gericht geht, wird der Junge irgendwie bestraft werden. Genau. Richtig so. Wär ja auch noch schöner, wenn er einfach so davon kommen würde, während die Kleinkriminellen harte Drogen dealen, sich gegenseitig erschießen und Frauen als Sexsklaven halten, um sich finanziell über Wasser zu halten.

Kann gar nicht abwarten wieder einen Fuß ins lucky country zu setzen.