Von wichtigen Tagen und Zinserhöhungen

Gestern war Melbourne Cup Day. Pferderennen. Und natürlich die monatliche Sitzung der Bundesbank. Die tun nix anderes, als zu bekakeln – Zinsen in Ruhe zu lassen, zu senken oder zu erhöhen. Was für ein Job. Gestern gingen Pferde mit Namen wie: Shocking, Alcopop, Crime Scene, Kibbutz, Harris Tweed und wat nicht noch an den Start. Ich hätte logischerweise auf Crime Scene gewettet, aber das Pferd ist auf den 2. Platz gekommen. Shocking hat gewonnen. Bin mal gespannt, ob Marco gewettet hat. Hör und seh nix, vor lauter Examensvorbereitungen kommt das Kind nicht zum Schreiben.

Als einziges Land hatte Australien im letzten Monat den Leitzins erhöht. Alle Welt hatte den Atem angehalten – nach Finanzkrise und so konnten sie ihren Augen nicht trauen. Wie gut muss es unserer Wirtschaft gehen, dass man sich eine Zinserhöhung erlaubt? Wir haben sie überlebt, die Erhöhung und prompt wurde gestern schon wieder erhöht. Gemein. Ich habe mich so gefreut wenig Geld an die Bank zahlen zu müssen. So richtig kapieren tu ich’s ja ohnehin nicht. Wieso sorgt die Bundesbank dafür, dass wir weniger Geld in der Tasche haben? Was man sich alles kaufen könnte … ich brauche  ja noch neue Sommerkleidung. Ist ja recht warm zu Hause geworden.

Ist sowieso komisch mit dem Kunstprodukt Geld. Die Preise kommen mir in Deutschland so niedrig vor und trotzdem ist meine Kohle schnell weg. Irgendwas stimmt doch da nicht. Ich weiß auch zufällig, wie es überhaupt zu Landbesitz in uralt Zeiten gekommen war. Einer hatte behauptet, das gehört mir und die anderen haben’s geglaubt. Und deshalb haben manche Menschen ganz viele und große Grunstücke und manche leben unter Brücken und wärmen sich im Winter ihre Hände über ein Feuer in einer Blechtonne.

Seltsames Leben auf diesem Planeten, wo eigentlich keinem was gehört und sich jeder ramscht, was er kriegen kann und dann noch für viel Geld  Ressourcen an seine Mitplanetenbewohner verscherbelt.  Will ja niemand mehr mit der Fietse fahren oder zur Wärmeerzeugung Blechtonnen herumstehen haben. Der oft bemühte Satz Migranten gegenüber: Dann hau doch ab, wenn es dir hier nicht passt, geht doch gar nicht. Man kann noch nicht einmal woanders hin, wenn es einem nicht mehr gefällt. Überall die gleichen gierigen und skrupellosen Evolutionsergebnisse mit Dollarzeichen in den Augen.

Das einsame Bein

das vor einigen Wochen bei Phillip Island an den Strand gespült worden ist, konnte jetzt einem Mörder zugeordnet werden. Gut so. Muss ja furchtbar für die Angehörigen gewesen sein. Ein fetter glatzköpfiger 55 Jahre alter Mann hatte die Frau während eines Streits erwürgt und anschließend in der Badewanne zerstückelt. Drei Mitwisser sind ebenfalls angeklagt worden. Gut so. Albträume sollen sie kriegen und zwar für den Rest ihres Lebens. Schweinebande!