morgen im Parlament in Canberra für das Leid, das England einigen seiner Kinder angetan hat. Für das Leid der Kinder, das Australien tatkräftig unterstützt hat. Elternlose Kinder, unehelich geborene Kinder, die den Müttern von Nonnen und sonstigen Hilfsorganisationen abgeschwatzt wurden ( dein Kind hat doch mit dir keine Perspektive), ja, sogar Kinder, denen man eingeredet hat, ihre Eltern seien tot.
Wurden einfach nach Australien verschifft. Ganz alleine. Bis ca. 1970. Nicht 1870, nicht 1905, nein ab irgendwann in den 50ern. Da sollte es ihnen besser gehen. In Heime und zu Pflegeeltern gesteckt, kaum bis keine Schulbildung bekommen, schwer arbeiten müssen auf Farmen oder sonstwo. Wenn das nicht zum Weinen ist, dann weiß ich es auch nicht.
Auch wenn man mit Geld die Vergangenheit nicht ungeschehen machen kann, ich hoffe dennoch, dass die Betroffenen – die ihr Leben lang leiden – fette Entschädigungen bekommen werden. Ekelhaft, was Menschen Kindern angetan haben. Immer voran kirchliche Institutionen. An welchen Gott die geglaubt haben, werde ich nie verstehen. Englischer Artikel hier.
Das erinnert an die Vorkommnisse in deutschen, auch überwiegend von christlichen Kirchen geführten Heimen. So grausam das auch alles ist, aber man darf nicht vergessen, daß in den 50igern die Menschen eine völlig andere Beziehung zu Kindern und vor allen zu deren Erziehung hatten. Was von uns heute als Mißhandlung bewertet wird, war früher gesellschaftlich akzeptiert (von Extremen natürlich abgesehen!). Man muß also vielleicht doch etwas vorsichtiger urteilen, was in der Nachschau manchmal schwierig ist.
Ja, ich weiß das schon. Nur kleine Kinder im wahrsten Sinne des Wortes mutterseelenalleine ans andere Ende der Welt zu schicken, kann auch zu dieser Zeit – meiner Meinung nach – nicht damit entschuldigt werden … man hat ja das Beste gewollt und dieses blablabla.
Man hat sich mit dieser Behandlung von Waisen, sprich Heimkindern, eine Generation herangezogen, die heute noch psychisch geschädigt ist und leidet. Natürlich muss das nicht auf jeden zutreffen, die Menschen reagieren ganz unterschiedlich auf ihre Schicksale.
Psychische Schäden äußern sich auf sehr verschiedene Weisen, da möchte ich als Stichwort nur mal Drogenmissbrauch, Kriminalität und Menschen ohne festen Wohnsitz – im Volksmund vermutlich immer noch Penner genannt – nennen. Und das ist nur die Spitze. Viel zu komplexes Thema, als das man es hier abhandeln könnte.
Ich stimme Dir zu, sowohl, was Deine Meinung betrifft, als auch, daß das Thema zu komplex ist. Aber dennoch möchte ich einigen Verantwortlichen nicht absprechen, daß sie meinten, den Kindern in der neuen Welt eine bessere Zukunft zu ermöglichen. Was meinst Du, wie absurd früher die Haltung gegenüber Waisen oder unehelichen Kindern war. Gesellschaftlich gesehen, hatten die hier keine, oder zumindest ganz schlechte Karten.
Ja, die Menschen waren immer schon liebenswürdig zueinander. Besonders die godbotherer unterm Deckmantel der Christlichkeit. Macht ja nüscht, wenn da Kinder misshandelt und vergewaltigt und als billige Arbeitskräfte verschliessen wurden – fuffzig mal täglich beten und im Morgengrauen auf Knien in der Kapelle rumrutschen hat geholfen zu rechtfertigen, was man schlicht und einfach nicht rechtfertigen kann.
Ich weiß, dass es weder in Deutschland noch in anderen Ländern viel anders gelaufen ist. Und dennoch hat es auch damals Menschen gegeben, die Kinder besser behandelt haben.
Ich finde es einfach passend – und deshalb habe ich drüber geschrieben – dass man das Unrecht endlich anerkennt und sich entschuldigt. Es ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.
Ja, aber leider war das Leben der Kinder völlig vermurkst, um es mal salopp zu formulieren.
Ich sitze jetzt auf meine Leitung. Vermurkst? Vorher? Hinterher?
Hinterher! Vorher hatten die vermutlich “nur” Pech.
Guck mal hier:
http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/5535/_wir_brauchen_euch_zum_erhalt_der_weissen_rasse.html
Danke für den Link. Die Serie ist ja immer mal wieder interessant.