Ich will kaufen

und zwar was Interessantes, was Schönes, was Überflüssiges, was Schnickschnackiges – irgendwas, nur nicht was man braucht, so wie gestern: Lebensmittel *gähn, Benzin *supergähn

Lade mir gerade Dieter Nuhr und Hape Kerkeling auf den iPod. Geht ja schwupps alles online und irgendwie befriedigt das gar nicht, so zu kaufen. Ich gehe nämlich ganz gerne mal in einen Laden:

Aussuchen, wieder weglegen, weiter im Laden gucken, diverse Artikel unterm Arm klemmen, nachdenken, Mitten im Gang stehen bleiben und alles von vorne und hinten ausgiebig betrachten, Tastprobe machen, wieder was weglegen, doch wieder das erste Produkt nehmen, zur Kasse gehen. An der Kasse noch alles Schnickschnackiges betrachten, anfassen, ausprobieren, dumme Fragen dazu stellen.  Eventuell auch noch kaufen. Im Kopf Gesamtsumme überschlagen, mich grämen, nachdenken, doch nicht alles kaufen. Portemonnaie rauskramen (ist auch nie da, wo man es hingepackt hat), Geld wechselt den Besitzer, Tüte wird einem inne Hand gedrückt – man freut sich, oder auch nicht – je nach Gesamtsumme. Während des Bezahlvorgangs Blick schweifen lassen … kenn ich den? … die hab ich wo schon mal gesehen? … was für eine Grottenfrisur … mmh der sieht lecker aus … schnell umdrehen, die will ich nicht sehen! … Mindestens noch 2-5 x inne Tüte gucken, während andere Geschäfte angesteuert werden. Einmal schnell Hand inne Tüte, Ware befühlen. Bekannte treffen. Ware wieder rauskramen. “Guck mal”, sagen und Ware von allen Seiten befühlen und betrachten lassen.

Mimik des Guckenden intensiv beobachten. Ware schnell wieder wegnehmen, sonst kommen noch Flecken dran.

So geht einkaufen. Dieses Stromeinkaufen ist so, als würd man gar nichts wirklich für sein Geld kriegen. Echt fies, aber echt.