Karo Rutkowsky – putzende Detektivin

Karo, arbeitslose Lehrerin, per Fernkurs auf Privatdetektivin umgesattelt und weil die Auftragslage nicht immer den finanziellen Anforderungen des Lebens entspricht, begehrte Putzfrau in Villenvierteln – schwarzarbeitend – versteht sich, muss man einfach mögen. Während sie als Privatdetektivin eher nicht sehr wählerisch bei der Auftragsannahme sein kann, ist sie als Putzfrau in der glücklichen Position auch schon mal potenzielle Arbeitgeberinnen zu Bewerbungsgesprächen einzuladen.

Eine gute Putzfrau hat ihre Arbeitgeber eben voll im Griff, wie die Autorin weiß.

Manchmal springt Freundin Moni, Bibliothekarin auf halber Stelle mit befristetem Arbeitsvertrag als Putzhilfe ein, wenn Karo ermittelt. Wozu sonst sind Freundinnen oder befristete halbe Arbeitsstellen gut? Eben.

Die Mischung aus skurrilen und lebendigen Charakteren, Humor und Ironie  hat mich bestens unterhalten. Viel während des Lesens gegrinst, manches Mal laut gelacht – besonders in der Geschichte, als Karo beinahe als Praktikantin einer Nacktputzfrau (!) auf Pumps, aber mit einem obligatorischen Staubwedel bewaffnet endet, und sich „unauffällig“ in ein Zimmer wedeln soll, um dort zu ermitteln.

Für alle Krimiliebhaber die gerne zwischendurch weniger blutrünstige Krimis lesen unbedingt empfehlenswert.

Der Beuys von Borbeck: 13 saubere Fälle der Privatdetektivin & Putzfrau Karo Rutkowsky (Broschiert) von Gesine Schulz.

Das komische Deutsch ist holländisch

ist Jaime am Donnerstag im Schwimmbad in Holland klar geworden. So seltsam würde sich Deutsch ja wirklich nicht anhören. Auch die Frage eines Spielkameraden, wie viel Uhr es sei, hat ihn aus der Bahn geworfen. Mühsam hat er sich zusammengereimt, dass der Junge wohl meinte: Wie spät ist es?

Randnotiz:

Der grauhaarig-gelockte holländische Bademeister hat die Tage im Schwimmbad zum ersten Mal nicht neben und hinter mir im knappen Badehöschen die Fenster geputzt, wofür ich ausgesprochen dankbar war. Langsam ging mir nämlich der Anblick eines beinahe nackten putzenden Mannes an die Substanz. Ein Mann kann noch so knackig und schön sein, aber knappe Badehosen sind so unerotisch wie Rosenkohl beim ersten Date zu essen. Tigerfellmusterunterbuxen stehen gleich an zweiter Stelle. Und da fällt mir doch meine ehemalige Nachbarin ein – mein Jahrgang – die mir mal erzählte, dass bei ihr gar nix mehr ging, als sich ihr Bekannter ausgezogen hatte und sie seine Unterhose gesehen hatte. Während ich vor Lachen unterm Tisch gelegen habe, hat sie sich erfolgreich geweigert ins Unterhosendetail zu gehen. Ich weiß bis heute nicht, wie sie ausgesehen hatte. Auf meine Frage: Schmutzig? Ausgefranst? Ausgeleiert? Löchrig?, schüttelte sie nur den Kopf. Was bleibt denn da noch? Damenslip?

Randnotiz II:

Die Bergwacht als Action-Serie in der Fernsehzeitung anzukündigen, sollte mit mindestens fünf Jahren Zuchthaus bestraft werden. Grundgütiger, es waren die längsten 45 Minuten meines Lebens, die mich beinahe ins Koma befördert haben. Die Wiesen waren allerdings satt grün – sehe ich ja eher selten und die bayrischen Bauernhäuser finde ich auch ganz entzückend.

Randnotiz III:

Mein Geld geht weg wie nix. Sehr betrüblich.