Was hatten wir damals

eigentlich, als unsere Großen klein waren?, habe ich meine Schwester gestern am Telefon gefragt. Öhm, meinte sie, wir hatten einen Videorecorder. Wow, was für ein Fortschritt. Man konnte Filme aufnehmen und hinterher so oft ansehen, wie das Videoband es zugelassen hat. Supa Technik.

Jaime spielt gerade mit meiner Nichte in Deutschland Mario Kart auf der Wii – online – versteht sich – und gleichzeitig läuft Skype, sodass sie sich sehen können. Ich sitze am Ende des Hauses in meinem Arbeitszimmer und höre sogar noch ihre Unterhaltung. Selbst John, der keine Computer- oder Konsolenspiele spielt, ruft begeistert Aah und Ooh und so.

Ich klinge furchtbar alt, wenn ich das jetzt sage – sage es aber trotzdem: Wie schnell sich die Computertechnik entwickelt hat, habe ich seinerzeit, als ich das allererste Prince von Persien auf dem Computer gespielt habe (ca. 15 Jahre her mit grottenschlechter Grafik) nicht erahnen können. Ich war immer ein bisschen hintenan, was Technik anging. Wäre die technische Welt von mir allein abhängig, wir würden Nachrichten morsen, statt emailen, um miteinander in Verbindung zu bleiben und unsere Sahne noch per Hand steiff schlagen. Ich bin da völlig fantasielos.

Ich hätt halt die Sahne von meinem Mann steiff schlagen lassen. Ist ja nicht so, dass ich nicht delegieren könnte, ich kann nur nix erfinden. Manchmal muss ich an meine Oma N. denken – geboren 1898! – die war in ihrem Leben nicht mal Fahrrad gefahren und einen Führerschein hatte sie auch nicht. So ungefähr komme ich mir vor, wenn ich zurückdenke, dass wir einen Videorecorder! hatten, als mein Ältester klein war. Und als ich klein war einen Cassettenrekorder – wow. Mein Jüngster weiß vermutlich gar nicht, was ein Cassettenrekorder ist. Der würd mir glatt sagen, dass ich mir das ausgedacht habe.

Eine zeitlang hatte ich an meinem Nachttisch ein altes schwarzes Telefon mit Wählscheibe stehen. So ein assig schweres Teil, das man direkt als Mordwaffe hätte benutzen können, hätt man jemandem den Hörer über den Schädel gezwirbelt. Jaime wusste nicht, wie man damit eine Telefonnummer wählt. Ich schon. Ach nö Mönsch – bin ich doch schon so alt?

Veröffentlicht unter Leben

Dies ist die Stelle

an der Mathilda im Skript aus dem Motelzimmer, das sich hinter dem Felsen befindet, flüchtet und ein Stückchen durchs ausgetrocknete Flussbett läuft.

Dachte ich zeig euch das Mal …

Haben Sie diesen Mann gesehen?

Bloody Internet … macht man eine Tür auf und sucht etwas, öffnen sich gleichzeitig fuffzig andere Türen. Klartext: Ich war auf der Suche nach einem Foto von thongs (Aussiebadelatsche, durchaus gesellschaftsfähig .. naja .. beinahe) und klicke auf Bildersuche. Klar kamen gleich wieder diese bestringten Hintern, einige Badelatschen und dieses Bild (etwas runterscrollen). Wisch mir grad die Lachtränen trocken.

Alicedorf

meint John, könnte Alice Springs inklusive Ayers Rock und Ayers Rock Resort umbenannt werden, nachdem wir überall und ich meine überall auf Deutsche aller Altersgruppen getroffen sind. Deutschland muss halb leer gewesen sein. Nicht das man es ihnen verdenken könnte, bei dem fiesen langen Winter dort. Und Touristendollar in die Kassen der Einheimischen zu spülen kann ja auch nicht schlecht sein. Zumal man allein für Getränke ein Minivermögen ausgibt.

Wie die Heuschrecken – von denen wir auf dem Motelgelände ca. 5 Millionen hatten – sind die Reisebusse noch an die entlegenste Stelle gerollt, aus stieg die Rentnergang und auf ging’s die Natur zu fotografieren und zu bestaunen. Und zu bemängeln: “Ach mensch, ich möchte ein Foto machen, aber da sind so viele Leute.” Hähä denkt man sich dann, wir waren früher da und hatten die Schlucht ganz für uns alleine – nänänäänäänänäää.

Ich habe jede Menge Landschaftsaufnahmen für die ich im Moment keine Zeit habe, um einige davon hier in den Blog zu stellen. Irgendwo sitzt oder steht auch mal eine fette Drone, die sich bei näherem hinsehen als Madam mit Atombusen entpuppt. Legt man ein bisschen zu (zur Erinnerung: 2.5 Monate Dland, 2 Monate Besuch, kein Fitnessstudio wg. OP), moppelt man gleich auch noch am Busen. Kann ich drauf verzichten. John kriegt ‘nen verschleierten Blick, als ich mich beklage, erzählt mir, dass er einige Kerle hat glotzen sehen und ich ärgere mich wie doof.

Der Kleine hat uns nicht vermisst und gleich  vorgeschlagen, wir sollten doch möglichst bald für 2-3 Wochen nach Perth fliegen. Vermutlich damit er wieder in Ruhe eine Bakterienkultur auf meiner Laptoptastatur anlegen kann. Perth ist die Hauptstadt von Westaustralien und von uns 4 Flugstunden entfernt.

Die gute Nachricht ist, dass ich vieles fürs Skript gebrauchen kann und deshalb auch darauf verzichten muss hier ausführlicher zu berichten. Nu habe ich gelesen, dass die Literaturwelt ein neues Genie gefunden hat, da haben Leute wie ich mit normalen Sätzen in denen nur mal geflucht oder auf englisch gefickt wird, zwar keine Chance mehr, aber ich schreibe trotzdem weiter.

Zurück

aus dem Outback, wo die Kängurus größer sind, als die Autos, man auf wild lebende Fahrräder achten muss und der wahre Aussie immer weiß, wo er Wasser findet.

Und alle Sorgen werden winzig klein im Outback – grad so, als wäre die Welt vor zig tausende von Jahren stehengeblieben. Anstrengend, aber sehr erholsam does it put everything into perspective. At least for a little while.