Eine Starkstromleitung ist auf einen Zug (Melbourne) gefallen, hat ein Feuer ausgelöst und damit den Ausgang für die Passagiere des betroffenen Abteils blockiert. Zum Glück ist niemand verletzt worden.
Man hält auf sich selbst ja meist große Stücke. Selbstverständlich hilft man wo man nur kann, lässt little old ladies den Vortritt, schnappt sich mindestens drei Kleinkinder und ein Baby und rettet sie vor dem Feuertod. Geht womöglich noch mal zurück ins brennende Abteil, um den in der Ecke kauernden Teenager zu retten, auch wenn er fünf Minuten vorher der little old ladie nicht seinen Platz angeboten hat. Wir sind mutig, stark, die Ruhe selbst – kurzum richtige Alltagshelden. Kopflos, so viel ist klar, sind immer nur die Anderen.
Mathilda hat ja auch ein ätzendes Erlebnis, das sie über Was wäre wenn … nachdenken lässt.
… Mir wurde klar, dass ich schrill geschrien hatte. Ich. Die überzeugt davon war in einem Notfall oder gar bei einer Katastrophe ihren Mitmenschen zu helfen, anstatt hysterisch in ihre Ohren zu brüllen. Peinlich. Würde ich, gelähmt vor Angst – sagen wir bei einem Zugunglück – auf meinem Platz sitzen? Durchs Abteil geschleudert werden? Bloß nie einen Rock oder ein Kleid im Zug anziehen. Ich sah mich bereits mit hochgereckten Beinen bewusstlos im Gang liegen. Oder eher rücksichtslos alles was mir im Weg stand niedertrampeln, um als Erste am Ausgang anzukommen? Irgendwie – und das war das Erschreckende daran, konnte ich mir nach diesem Erlebnis alle Möglichkeiten vorstellen …
Und jetzt noch eine wahre Begebenheit. Als ich noch jung, knackig, naiv und mit dem falschen Mann zusammen war, musste ich mir die Frage von ihm anhören: “Warum heißt es eigentlich immer Frauen und Kinder zuerst? Männer haben schließlich auch Angst!” Nun ist die Frage ja nicht unbedingt ungerechtfertig, hätte mich aber stutzig machen sollen. Tsetsetse – hätte ich damals schon zwischen den Zeilen lesen können, hätte ich mir meine wertvolle Lebenszeit mit der Lusche gespart.