Ich bin noch nicht fündig geworden but something gotta give – das Gefühl treibt mich seit Monaten um.
Ich
habe
keine
Lust
mehr
zu
bloggen
Macht’s gut meine fellow blogger.
Ich bin noch nicht fündig geworden but something gotta give – das Gefühl treibt mich seit Monaten um.
Ich
habe
keine
Lust
mehr
zu
bloggen
Macht’s gut meine fellow blogger.
Dass ich das noch erleben darf – geküsst zu werden von einem völlig Fremden. Auf die Wange, um gleich die aufkommende Empörung meiner Leser im Keim zu ersticken, die wissen, dass ich seit 94 Jahren verheiratet bin, von knackigen Männern mit durchtrainiertem Oberkörper träume, was ja immer noch besser ist, als nach einem Sahnetortenstück zu lechzen. Warum muss ich mich auch zwingend von Männern unterscheiden?
Ich guck manchmal Männer, na und?
Hatte ich an diesem Abend aber gar nicht. Ich sitze alleine in einer outdoor-smoking area in einem atmosphärischem Pub in Richmond, hinter mir die Herrentoiletten. Kommt ein Mann nach dem zweiten Mal pinkeln zu mir auf die Bank und macht smalltalk. Nett, nicht aufdringlich. Kurz darauf kommt ein Bekannter von ihm auf uns zu, fragt ihn wie es ihm geht, streckt mir seine Hand entgegen, sagt: “How you doing?” und küsst mich zur Begrüßung auf die Wange. Was ich deshalb witzig fand, weil er scheinbar dachte, ich gehöre zu seinem Bekannten.
Friendly bunch of people these Aussies – even when slightly pissed.
Willkommen im Himmel auf Erden (2009) – Can‘t Wait to Get to Heaven (2006) – von Fannie Flagg.
In einer amerikanischen Kleinstadt: Eine weit über 80-Jährige (niemand kennt ihr genaues Geburtsdatum, die Familienbibel, in der ihre und die Geburt ihrer Schwester eingetragen worden war, ist seit Jahren verschollen) stößt beim Feigen pflücken auf ein Wespennest, wird mehrfach gestochen und fällt von der Leiter. Sie ist bewusstlos, wird ins Krankenhaus gebracht, stirbt. Während ihre nächsten Angehörigen noch im Krankenhaus auf Nachricht warten, kommt sie in den Himmel, in dem sie ihre Schwester trifft, die sauer auf sie ist, weil man ihrem letzten Wunsch, nämlich nicht von der Kleinstadtfriseurin frisiert zu werden, nicht nachgekommen ist, um die Gefühle der „Haus- und Hoffriseurin jedes weiblichen Wesens in der Stadt“, nicht zu verletzen. Sie verrät ihrer Schwester allerdings nicht, was sie mit der Familienbibel gemacht hat. Ich hatte bei der Friseurin immer Dolly Parton vor Augen, vermutlich wegen ihrer Rolle im Film Steel Magnolia.
Eine Krankenschwester, die gerade Dienst hat, ruft eine Bekannte an und verkündet vertraulich Elnars Tod. Innerhalb kürzester Zeit informieren sich Bekannte, der nächste und entfernteste Nachbar gegenseitig, ja sogar übers Community Radio wird verkündet, dass Elnar nicht mehr ist. Jeder erinnert sich daran, wann und unter welchen Umständen sie Elnar – die gute Seele, die Frau, die immer freundlich war und ohne viel Federlesens ausgeholfen hat, wo es nötig war, zum ersten Mal begegnet ist. Wie ihr Leben (positiv – was sonst?) beeinflusst worden ist. So fangen die ersten Nachbarn an das Haus aufzuräumen (Elnar ist frühmorgens im verschlissenen Bademantel auf die Leiter gestiegen), Blumen für die Trauerfeier zu bestellen, die Inhaberin der kleinen Ortszeitung schreibt schon einen Nachruf, die Großnichte fliegt mit einem Firmenjet aus einem anderen Bundesstaat ein, die ewig sich sorgende und nervöse Nichte Norma ärgert sich darüber, dass Tante Elnar im schäbigen Morgenrock im Krankenhaus gelandet ist, wo sich doch einen nagelneuen schönen Bademantel im Schrank hängen hat und auch darüber, dass ihr Mann der Tante nicht endlich die Leiter weggenommen hat. Was sollen die Leute von ihr denken und sie hat es immer kommen sehen.
Die drei Angehörigen nehmen von der Toten Abschied, als sie sich plötzlich aufrichtet und anfängt zu sprechen. Eine anwesende Krankenschwester rennt kreischend aus dem Zimmer, aus dem Krankenhaus, einige Kilometer schreiend die Straßen entlang und gibt ihren Beruf auf – sie hat immer schon nailtechnician werden wollen – so beeinflusst Elnar ohne ihr Wissen auch dieses Leben. Jetzt gehen die Buschtrommeln retour, man freut sich, dass Elnar doch noch lebt, findet den Anruf bei der Radiostation allerdings unerträglich peinlich. Der Doktor, der Elnar für tot erklärt hat zweifelt an seinem Können, die Krankenhausadministratoren betreiben mithilfe des hauseigenen Rechtsanwalts Schadensbegrenzung, die Krankenschwester, die vertrauliche Patienteninformationen weitergegeben hat, flüstert ihrer Bekannten hektisch durchs Telefon, sie wäre falsch informiert worden, Elnar wird zwei Tage lang ständig untersucht und beobachtet und schließlich entlassen.
Würde die Autorin nicht so wunderbar schreiben, hätte ich wegen des Kitschfaktors, der im letzten Drittel des Buchs folgt – Elnar hat natürlich noch unerledigte Dinge auf Erden zu tun, aufgegeben – wobei ich auch sagen muss, alleine der Originaltitel leuchtete schon rot auf meinem Kitschdetektor auf – der kurze Klappentext hatte mich dann doch neugierig gemacht.
Eine tatsächlich ausgeschriebene Botschaft – die Gott und seine Ehefrau – direkt an Elnar richten: Hab Freude und Spaß am Leben.
Meine eigene Botschaft: Nimm die Menschen wie sie sind, mit all ihren nervigen Eigenschaften. Oder zieh auf keinen Fall in eine amerikanische Kleinstadt mit nur einem Friseurgeschäft.
Für mich war es ein Wohlfühlbuch, flüssig zu lesen. Amüsant, humorvoll – an vielen Stellen musste ich laut lachen, gute Dialoge, lebendige Charaktere – wozu eindeutig der ausführliche Schreibstil der Autorin beigetragen hat.
im wahrsten Sinne des Wortes … gestern Abend klopfte es an der Haustür einer Bekannten in einem anderen Ort. Steht vor ihr ein blutüberströmter Nachbar, der in seinem Haus mit einem Hammer attackiert worden ist. Per Helicopter ist er ins Krankenhaus nach Melbourne geflogen worden. Ich hoffe, der Mann überlebt und das ohne Gehirnschaden.
Ein Mann ist inzwischen verhaftet worden. Was gibt es doch für fucked up Menschen.
schmeckt nicht besser, als simpel gerührt oder geschüttelt. Wer seinen Verstand nicht im Hintern sitzen hat, der weiß ja längst, dass mehrfach gequirlte – also wiederholte Behauptungen in verschiedenen Medien nicht deshalb wahr werden, weil sie häufig wiederholt werden, viele Leute empfehlen, als Link setzen oder neu verpacken. Und wer das noch nicht wusste, der weiß es jetzt. Oft gekaut bleibt bei mir meist unverdaut und trägt zur Wahrheitsfindung nix bei.
Genauso wenig wird Daniel Craig plötzlich schön, nur weil er im ersten James Bond Film im Badehöschen und trainiertem Oberkörper im Gegenlicht gefilmt worden ist, als er aus dem Meer stieg, Wasser von seinem trainiertem Oberkörper perlte und meine Finger nervös zuckten. Merkste? Hab ich schon mal als Beispiel gebracht, ist also was hängen geblieben – allerdings brauchte ich dafür nur einen (1) Film. Eine unterschwellige Botschaft: Mehr Filme mit Daniel Craig gucken! wird freiwillig nicht ignoriert, weil mir das meine eigenen zuckenden Finger sagen.
Werbung ist ein gutes Beispiel für zermürbendes Wiederkäuen. Oft schalte ich ab, auch online, ich mag keine Botschaften shoved down my throat. Werde ich trotzig wie ein kleines Kind. Brauch ich nicht, will ich nicht, glaub ich schon mal gar nicht, wird auch nicht besser, wenn ich (täglich) erinnert werde. Einer unserer Fernsehsender blendet bei Wiederholungen neuerdings das Wort encore (Zugabe) ein. Da fühlt man sich doch gleich wie im Konzertsaal und gar nicht veräppelt. Neue Verpackung mit altem Inhalt. Wer sich das ausgedacht hat, hat Kommunikation studiert.
Wenn mir bei den Amazonen zu einer Inhaltsangabe eines Buchs 23 blurbs aufs Auge gedrückt werden und ich Mühe habe überhaupt eine Inhaltsangabe zu finden bei der ganzen Scrollerei, dann habe ich schon keine Lust mehr, das Buch überhaupt näher zu betrachten. Mich interessiert nicht die Bohne, was für Zeitungen oder Fernsehen arbeitende alte Frauen und noch ältere Männer zum Buch zu sagen haben. Zu viel gepushed und ich bin weg. So geht es mir aber auch grundsätzlich mit gebetsmühlenartiger (Eigen)werbung für mittelmäßige Produkte. Im Englischen nennt man das BLP – blatant self-promotion.
Munter bleiben!
Wir schreiben erst den 6. Februar und ich habe mich auf der Suche nach einem Oberteil für eine Feier am kommenden Wochenende selbst übertroffen.
Mein Griff, und ich bin beschämt es zuzugeben und tatsächlicher Kauf eines polyester-rüschig-silberknopfig-blumigen Blusentraums war ein echter Gurkengriff. Ein Albtraum. Sagt selbst mein Mann und der hält sich mit Kritik oft zurück. Ich hab’s ja schon in der Umkleidekabine gesehen, mir dann allerdings noch versucht vorzustellen, wie schön dieser Albtraum zum schwarzen Rock passt. Farblich tut dieser modische Fehlgriff es auch. Nur sehe ich darin 24 Jahre älter aus und mein Spiegelbild brüllt mir entgegen: Das bist doch nicht du!
Ein Clownkostüm hätte mich nicht weniger verkleidet fühlen lassen.
Die gute Nachricht ist ja, dass ich noch ein anderes Oberteil gekauft habe. Ein ganz entzückendes weiches T-Shirtstoff-Oberteil, das meine Kurven zur Geltung bringt und mich fünf Jahre jünger aussehen lässt. Ist das ein Glückstreffer oder was?
Man weiß es doch, dass man auf sein gut feeling – sein Bauchgefühl, sein Instinkt, hören muss. Warum also ist mir das passiert? Mein messerscharfer analytischer Verstand sagt mir: Weil du Trine dich anpassen wolltest. An all die jungen und älteren Frauen, die auf der Feier in solchen Träumen einschweben werden. Hose geht für Frauen auf Feiern gar nicht – das nur am Rande erwähnt.
Zusammengefasst stelle ich endgültig fest, dass blumig-rüschig in extrem entflammbaren Material nicht zu meiner Augenfarbe passt und australische Frauen mit einer völlig anderen Mode aufgewachsen sind, als ich.
So. Let’s get wasted on Saturday.
Einundfünfzig Jahre alt ist mein Schwager nur geworden. Das ist fuck all an Lebensjahren, fuck all. Die gesamte Krankheit über war es schwer für ihn, für meine Schwester, die Kinder – für uns restliche Angehörige. Die letzten Monate war es besonders schwer, kurz nach unserer Abreise im Oktober ging es ihm schlechter und schlechter. Gestern Abend ist er gestorben.
Wenngleich man sich Erlösung für ihn gewünscht hat, die Nachricht vom Tod war dennoch ein Schock. Niemand, nichts bereitet dich vor. Ich habe es gehasst im Oktober Abschied zu nehmen, ich hab das so gehasst. Sich täglich zusammen zu nehmen, sich daran zu erinnern, dass man sein Leben leben muss – das war schwer. Die Traurigkeit, die alles überschattet hat war unerträglich. Ist unerträglich. Ich weine um ihn, um meine Schwester, um die Kinder. Um uns alle, die wir in unserer Trauer hilflos sind. Man könnte meinen, ab einem gewissen Alter hat man damit Erfahrung, es wird einfacher. Nein, wird es nicht.
Die Steine, denen meine Schwester ausweichen musste, die sich auch schon mal als fette Felsbrocken an einem Abhang entpuppt haben, die Umwege, die sie gehen musste, sind unglaublich. Behörden haben es geschafft sie zu zermürben. Bravo! Ist klar, Vorschrift ist Vorschrift. Fragt man sich nur wie Menschen es schaffen zu betrügen. Über einen Brief habe ich am Freitag noch gelacht, den sie von der Gemeinde bekommen hat. Anzeige wegen illegalen Waffenbesitzes stand in riesigen roten Buchstaben, weiter hatte sie erstmal nicht gelesen. Erst eine halbe Stunde später war sie in der Lage den gesamten Brief zu lesen.
Es ging um zwei Waffen, die ihr Mann von seinem Vater geerbt hat – für die beide einen Waffenschein besaßen. Munition ist nicht im Haus, für die eine Waffe auch längst nicht mehr erhältlich, die ist antik. Nach neuem Gesetz muss man einen Waffenschrank besitzen und die Waffen darin einschließen. Das ist auch richtig so, nur mutet es in dieser Situation seltsam an. Geld für einen Waffenschrank, der mindestens 350 Euro (Auflagen erfüllen) kosten würde, ist nicht vorhanden. “Bring die Waffen doch zur Gemeinde.” “Darf ich nicht, ich habe keinen Waffenschein.” “Sollen sie sie abholen.” “Machen die nicht (vermutlich auch keinen Waffenschein). “Wirf sie auf die Auffahrt und fahr mit dem Auto drüber.” “Darf ich nicht. Kein Waffenschein.” “Kapier ich nicht.” “Man darf keine Waffen handhaben, wenn man keinen Waffenschein besitzt, damit macht man sich strafbar.” “Ach so. Scheiße. Ja und nu? “Man kann die Waffen nur von jemanden abholen lassen bzw. verschenken oder überschreiben, der auch einen Waffenschein besitzt.” Nach einigem hin- und hertelefonieren unter Freunden fand sich jemand mit einem geeigneten Waffenschein. Die Überschreibung kostet 60 Euro. Die Waffen so herzurichten, dass man sie nie wieder abfeuern könnte, kostet um die 150 Euro – pro Stück vermutlich. Wobei es einen Unterschied gibt, zwischen schussunfähig machen und schussunfähig, aber wieder rückgängig machbar gibt, was sich auch im Preis niederschlägt.
So haben die Jagdwaffen des Schwiegervaters – die früher auf einem offenem Regal an der Wohnzimmerwand hingen – sehr viel Aufregung verursacht. Eigentlich möchte der Enkel sie behalten, geht aber nicht, er ist noch nicht Volljährig. Wie in einem B-Movie. Ich musste immer wieder über diesen “darf auch keine ungeladene Waffe handhaben Quatsch” lachen, eine Farce – irgendwie. Es regt sich niemand von uns über die verschärften Waffengesetze auf. Es ist gut so, wie es ist. Nur leider war bzw. ist es eben in ihrer Situation das Letzte gewesen, was sie gebrauchen konnte. So ein unwichtiger Mist, der ausgerechnet jetzt einen Behördenmenschen auf Familie V. in der M.-Straße in T. unter die Amtsaugen gekommen ist.
Es wiehert noch ein anderer Amtsschimmel – eigentlich ist das eher ein Erbsenzähler, der ihnen das Leben noch schwerer macht – der bestimmt irgendwann in den Amtshimmel kommt, wo er ganz viele Formulare und Forderungen ausfüllen bzw. erfüllen lassen lässt und dann bekommt er seine Engelsflügel. Aber nicht, bevor er nicht sein Soll an Individuen quälen erfüllt hat.
Wieher.
Trauer.
Passt gut auf euch auf – Familie ist wichtig.