Quark mit Soße mehrfach gequirlt

schmeckt nicht besser, als simpel gerührt oder geschüttelt. Wer seinen Verstand nicht im Hintern sitzen hat, der weiß ja längst, dass mehrfach gequirlte – also wiederholte Behauptungen in verschiedenen Medien nicht deshalb wahr werden, weil sie häufig wiederholt werden, viele Leute empfehlen, als Link setzen oder neu verpacken. Und wer das noch nicht wusste, der weiß es jetzt. Oft gekaut bleibt bei mir meist unverdaut und trägt zur Wahrheitsfindung nix bei.

Genauso wenig wird Daniel Craig plötzlich schön, nur weil er im ersten James Bond Film im Badehöschen und trainiertem Oberkörper im Gegenlicht gefilmt worden ist, als er aus dem Meer stieg, Wasser von seinem trainiertem Oberkörper perlte und meine Finger nervös zuckten. Merkste? Hab ich schon mal als Beispiel gebracht, ist also was hängen geblieben – allerdings brauchte ich dafür nur einen (1) Film. Eine unterschwellige Botschaft: Mehr Filme mit Daniel Craig gucken! wird freiwillig nicht ignoriert, weil mir das meine eigenen zuckenden Finger sagen.

Werbung ist ein gutes Beispiel für zermürbendes Wiederkäuen. Oft schalte ich ab, auch online, ich mag keine Botschaften shoved down my throat. Werde ich trotzig wie ein kleines Kind. Brauch ich nicht, will ich nicht, glaub ich schon mal gar nicht, wird auch nicht besser, wenn ich (täglich) erinnert werde. Einer unserer Fernsehsender blendet bei Wiederholungen neuerdings das Wort encore (Zugabe) ein. Da fühlt man sich doch gleich wie im Konzertsaal und gar nicht veräppelt. Neue Verpackung mit altem Inhalt. Wer sich das ausgedacht hat, hat Kommunikation studiert.

Wenn mir bei den Amazonen zu einer Inhaltsangabe eines Buchs 23 blurbs aufs Auge gedrückt werden und ich Mühe habe überhaupt eine Inhaltsangabe zu finden bei der ganzen Scrollerei, dann habe ich schon keine Lust mehr, das Buch überhaupt näher zu betrachten. Mich interessiert nicht die Bohne, was für Zeitungen oder Fernsehen arbeitende alte Frauen und noch ältere Männer zum Buch zu sagen haben. Zu viel gepushed und ich bin weg. So geht es mir aber auch grundsätzlich mit gebetsmühlenartiger (Eigen)werbung für mittelmäßige Produkte. Im Englischen nennt man das BLP – blatant self-promotion.

Munter bleiben!

Im Meer der Eitelkeiten

könnte der nächste Thursday Next Roman von Jasper Fjorde heißen, denn eins hat der Mann ja richtig gut drauf – den Literaturbetrieb aufs satirische Korn zu nehmen.

Ich finde leider im Moment wenig Perlen, die sich nicht häufig selbst beweihräuchern, weswegen das Surfen gar keinen Spaß mehr macht. Ich schwimme jetzt mal ans Ufer, da bleibe ich und ruhe mich aus. Vielleicht lerne ich irgendwann das Schwimmen im Meer der Eitelkeiten, vielleicht paddel ich lieber auf einem ruhigen See. Wüsten sollen aber auch sehr schön sein.

Jetzt wird’s aber wirklich bescheuert

meinte ein Southpark Charakter, als ihm die Nonne vom Leib Christ als Hostie und dem Wein als das Blut Jesu erzählte.

Was mich dazu bringt noch einmal darüber nachzudenken, dass es eigentlich und irgendwie schade ist, dass es – wie ich die Tage noch mit jemandem kurz angesprochen hatte – kein Namensgebungsritual für frisch gepressten Nachwuchs gibt, wenn man nicht religiös ist. Nun könnte ich ja in die Tiefen des Internets hinabsteigen (bin ja eh grad ganz unten) und tüchtig recherchieren. Ich habe nur so gar keine Lust auf Extrem-Esoterikwebseiten zu landen und Zeit habe ich auch nicht.

Ob Wiccas und Pagans ein solches Ritual haben? Habe ich eine Marktlücke entdeckt? Komme ich jetzt ins Fernsehen, obwohl ich da gar nicht hin möchte? Werde ich mit dieser genialen Idee doch noch mal reich werden und kriege ich dann endlich einen Swimmingpool im Garten und einen schmucken Liebhaber? Fragen über Fragen …