Es brennt, es brennt …

ach nein, das ist doch nicht mein altes Auto, das sind nur diverse Bankkarten in meiner Handtasche auf der Rückbank, von deren Magnetstreifen sich eine kleine Rauchsäule gen Autohimmel kräuselt.

Ich habe mich ins Einkaufszentrum gewagt. Gehe ich schon lange ungern hin, weil sie anbauen und meist komme ich von Level 2 rein, da ist ein ganzer Teil abgesperrt und selbst der Fußbodenbelag ist abgetragen worden. Hinzu kommt die Parkplatzsuche – denn auch hier ist ein großer Teil abgesperrt – weswegen ich gegenüber parke. Irgendwie sieht alles schäbig aus und wegen der Vorweihnachtszeit lasse ich mich dort auch ungern blicken. Drei Geschenke habe ich Online gekauft, die anderen musste ich leider persönlich besorgen, dabei liebe ich mir ja inzwischen Onlineshopping. Ist das bequem. Ich freue mich immer, wenn der Paketbote kommt. Das ist für mich schon wie Weihnachten.

Was für ein Glück aber auch, dass ich doch in den Klamottenladen gegangen bin, ich alte Langweilerin. Wobei sich diese Stelle jetzt dazu eignet zu erwähnen, dass ich lange nicht so langweilig gekleidet bin, wie Sue, meine britische Nachbarin. Ich habe einen Maxirock erspäht (und natürlich gekauft), der wahnsinnig Lust auf Sommer, Sonne, Meer macht plus ich habe Zuhause festgestellt, dass ich keine neuen Schuhe dazu benötige – gleich drei passende Sandalen – das nenn ich Glück. Mein Mann hat vor lauter Dankbarkeit feuchte Augen bekommen – so viel Schwein hat er selten.

Aloha

Es brennt auch auf Seite 2 im Spiegel online (die ich so gut wie nie lese, aber heute, wegen dem Gottschalk). Wenn man mich fragt, könnte man die Schnarchsendung Wetten, dass …? in der Versenkung verschwinden lassen – also Unterhaltung sieht für mich anders aus. Aber, nun habe ich den Artikel dazu gelesen und denk mir, ich bewerbe mich einfach mal beim ZDF als Wetten, dass …? Moderatorin – kakelbunten (bunt ist der Tommy ja auch mal angefangen) Rock habe ich schon, doof gucken kann ich auch, der Damenoberlippenbart ist frisch gewachst plus – und das ist für mich das absolute Highlight so einen Job zu haben … man wird immer schön frisiert und geschminkt. Her damit!!!

Unter den Nägeln brennt mir euch eine neue amerikanische Fernsehsendung zu empfehlen – American Horror Story – mir sträuben sich die Nackenhaare dabei und ich habe nur einen Teil davon gesehen. Abends alleine geht gar nicht – die Sendung ist richtig unheimlich und ich fand es auch schwer auseinander zu halten, wer Geist ist und wer nicht. Ich habe gelesen, dass die Sendung im Moment in Deutschland im Bezahlfernsehen läuft, vielleicht ändert sich das ja bald. Also – vormerken!

Jetzt geh ich anmutig tanzen üben, das muss doch was mit der Taille werden … yeeaah right …

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Wer lebt hier?

Schon lange habe ich kein neues Bild gekauft – irgendwie haben wir wegen der großen Fenster wenig geeigneten Platz an den Wänden. War ich auf der Kunstausstellung der lokalen Künstlervereinigung und habe spontan ein farbenfrohes Bild gekauft. Ich brauche jetzt Farbe und nix Blasses und vor allem nichts Abstraktes. Abstrakt kann ich nicht. Da stehe ich vor und glotze und seh nichts – während ich in einer Wolkenformation ganze Geschichten erkenne, allerdings nicht meine Zukunft aus Teeblättern lesen kann und das ist auch gut so. Ehrlich gesagt will ich mich beim Betrachten eines Bildes auch nicht anstrengen, wenn ein Bild nicht sofort mit mir spricht, geh ich weiter. Das ist bei mir wie mit Menschen die schwafeln – da stellt sich mein Hirn auf Durchzug.

Geschlossene Türen machen mich neugierig. Ich gehöre zu den Menschen die, wenn sie durch historische Gebäude laufen, sich immer ärgern, dass einige Türen verschlossen sind – kein Zugang für die Öffentlichkeit – empörend. Allerdings gehöre ich nicht zu den Leuten, die unbedingt einen Wandbehang befingern müssen, obwohl dringend davon abgeraten wird und der untere Bereich mit Schutzfolie überzogen ist. Es finden sich aber immer große Leute, die sich strecken so weit es eben geht, um doch den Teppich anzugriffeln und sei es nur mit einem Drittel der Fingerspitzen.  Burgen, Schlösser, Museen, Klöster, Staatsbibliothek … the hell … geschlossene Türen sind eine unnötige Grausamkeit. Wohingegen eine geöffnete Klotür so verlockend ist, wie eine Audienz beim ewig an den unpassenden Stellen kichernden Dalai Lama.

Ruheoase, Sicherheit, Lebensfreude, Alltag, Rückzug, (Familien)Geschichte, eher kein Drama im Sinne von einschließen, ausschließen, wegschließen … was tut sich hinter der Tür und warum? Gedanken beim Betrachten … Kindheitserinnerungen, die hochkamen. Ein altes eher herunter gekommenes Bauernhaus in dem es sich endlos in der Scheune und auf dem Dachboden hat stöbern lassen. Schöne, spannende Erinnerungen und so ist mein Kauf eben auch ein Blick in die Vergangenheit und vielleicht Animation für die Zukunft …

Titel: Doors & Entrances – Who lives here?

Schlampig

Ein netterer Ausdruck fällt mir nicht ein. Die Tage habe ich mir eine toll sitzende Markenjeans – ich trage selten Jeans – gekauft. Vor ca. 15 Jahren habe ich mir die letzte Jeans dieser Marke in Dland gekauft. Die haben ja jetzt eine neue Serie für Frauen mit Kurven (that would be me) herausgebracht. In dem Jeansshop, in dem ich gekauft habe, gibt es nur eine Länge und das wo die meisten Frauen hier alles andere als groß sind. Auch unverschämt. Anyway, die bieten für 10 $ an die Hosen zu kürzen. Wurde auch abgemessen. Heute habe ich sie abgeholt. Sie ist immer noch zu lang. Außerdem ist die Naht krumm. Ich hätte es selbst nicht schlechter hinbekommen können, was daran liegt, dass ich überhaupt nicht nähen kann.

Nun kann ich natürlich reklamieren, aber ich spare mir das. Gehe ich ins Dorf zu einem vernünftigen Schneider zu Schneiderpreisen. Ich finde das sehr ärgerlich – meine 99 $ Jeans kostet jetzt wesentlich mehr. Mich regt das auf, dass es Geschäfte gibt, die so schlampig arbeiten. Muss man sich wundern, dass die überhaupt noch im Geschäft sind. Vermutlich, weil manche Kunden wie ich reagieren und hinterher lieber woanders hingehen. Ich bin beleidigt. Sitze jetzt hier mit Schmollmund. Macht mich noch wütender und die Jeans nicht kürzer.

Finde ohnehin alles und beinahe jeden im Moment irgendwie doof. Doofe Servicekräfte, doofe Autofahrer, doofe Angebote, die nie anbieten was ich gerade brauche, doofe self-check-out terminals, doofes Fernsehprogramm, doofer Pilzbefall am Baum hinterm Brunnen – jetzt isser weg, der Baum, doofe Baustellenschilder, doofe neue Fernbedienungen, doofes Korrekturprogramm, das mir sagt, es kann das holländische Wörterbuch nicht finden. Ja sach ma, schreibe ich jemals einen Satz mit einer holländischen Buchstabenkombination ijk oder was? Alles doof!

Ich hab’s doch gewusst

Komma, dass ich mich mit meiner Outdoor Kleidung zum Narren machen werde. Ich hab das sogar schon in der Umkleidekabine gewusst und trotzdem gekauft. Es kann auch ein wenig daran gelegen haben, dass ich schon lange nichts mehr gekauft habe. Es hat etwas in den Fingern gejuckt. Grade eben lese ich den Backpacker-Blog und der macht sich über Leute wie mich lustig. Empörend! Was noch viel empörender ist, der ist gerade in Vietnam.Von allen Ländern dieser Erde – ausgerechnet dort.

Ich ziehe meine schicke Bluse trotzdem an. Wir planen nämlich eine Nacht (2 Tage) auf einem Schiff mit eingebauter Kajaktour und 1-2 Nächte in den Bergen – und da ziehe ich zum Wandern meine Reißverschlusshose an. Pöh!

Ach ja, dann meint er noch, dass man nicht gleich als Tourist hervor sticht, wenn man keine Outdoor Kleidung trägt. Ehem – and your facial features blend right in, too? Echter Schenkelklopfer.

Suchtfaktor: Mystery Games

oder auf gut Deutsch: Wimmelsuchspiele. Es gibt richtig gute Spiele, inzwischen kaufe ich sie mir online und dass ich von allen Spielen walkthroughs gebookmarked habe, muss ja jetzt niemand wissen. Die Storylines zu den Spielen werden immer besser – ich bin begeistert.

Weniger begeistert bin ich von falschen Übersetzungen. Ich habe einige Spiele in der englischen Version, die letzten drei Spiele habe ich mir in deutscher Fassung herunter geladen – damit mein Mann nicht spielen kann. Mich nervt das nämlich total, wenn er neben mir sitzt und dann auf den Bildschirm grabscht und sagt:” Da ist die Sicherheitsnadel.” Ich sage dann: “Go away, ich will alleine suchen.” Ein paar deutsche Begriffe kennt er und grabscht immer noch.

Beim gestrigen Spiel sind mir einige falsche Übersetzungen aufgefallen. Ich suche und suche und suche nach Nadeln und was wollen die von mir? Wäscheklammern! Ich suche und suche und suche nach einer Fledermaus und was wollen die von mir? Einen Baseballschläger. Man, diese Begriffe findet man in jedem Taschenwörterbuch.

Unter uns

Spontan bin ich ins Shoppingcentre, weil ich dachte, dass ich schon mal was für den Sommer oder für den Urlaub finden könnte. Ich war schon dran vorbei, an diesem Laden, der auch noch damit angibt nix über 10 Dollar zu verkaufen. Allergiker sollten tunlichst solche Schuppen vermeiden – selbst mir wird schwummrig drin und ich habe nur Heuschnupfen. Außerdem werde ich dann nie das Image von fleißigen, verarbeitenden asiatischen Händen los. Spätestens dann flüchte ich aus dem Geschäft.

Jedes Jahr der gleiche Spießrutenlauf für mich. Wenn ich schon verspielt, romantisch, ge- und verblümt sehe – dieses Jahr in wirklich ätzenden Farben (fies orange-apriko, noch fieser hellgrün) – krieg ich Krise. Tuschkasten-Lila gab es auch noch. So was steht mir nicht. Wirke ich matronenhaft drin. Also in geblümten Oberteilen oder Kleidern. Das kann doch nicht nur in meinem Kopf stattfinden?

Ich hatte mir ja gestern noch gedacht, dass ich in Asien kaufen werde, nur dann ist mir eingefallen, die werden für meine deutsche Bauart auch nicht unbedingt das Richtige habe. Wo sie dort doch alle so zierlich sind. Die Schmach möchte ich mir dann doch ersparen. Eigentlich wollte ich sowieso nichts besonderes, nichts schickes. Ich hatte an einfache T-Shirts gedacht, die man nach dem Urlaub ohne groß hinterher zu weinen evtl. wegwerfen könnte. Bin ich dann in ein Kaufhaus, habe aber auch dort nur diese fürchterlichen Farben gesehen. Griff dann nach einem Badeanzug – ist ja auch nie weg. Hat mir dann einen platten Busen gemacht, das Ding, welches ich gar nicht mal schlecht fand, bis ich mich umdrehte. Ein wenig Schinken hing raus – ich war begeistert. Aber jetzt nicht weitersagen, nich.

Irgendwann also noch mal gucken, kommt ja immer was rein, auch wenn die Farben sich nicht wesentlich ändern werden.

Hunger habe ich dann gehabt und weil ich faul war und mir nicht erst zuhause etwas machen wollte, bin ich zu Mc Donalds. Da gab es nur eine leicht kopflose Bedienung. Eigentlich sind immer mehrere da, die Bestellungen annehmen, weiß nicht, was heute los war. Ich bin dann ohne Burger wieder weggegangen. Gar nicht mal sauer, weil ich schon beim hereinkommen an 56.000 Kalorien habe denken müssen. Hätte mir ein bisschen den Burger vermiest. Zuhause habe ich mir dann winzige Brötchen für den Backofen mit 108.000 kalorienhaltigen toppings belegt. Immerhin haben sie besser geschmeckt, als ein Cheeseburger.

Reiseführer habe ich noch schnell vorher aus der Bücherei ausgeliehen. Die Luft drinnen war so abgestanden-vermieft, dass ich wirklich eiligst wieder geflüchtet bin. Die üblichen Verdächtigen: Babies und Kleinkinder in vollen Windeln waren da, aber an denen alleine wird es wohl auch nicht gelegen haben. Bäh.