Ich verabschiede mich vom Traum das Haus am Friedhof zu kaufen. Am Samstag war open house – öffentlicher Besichtigungstermin. Zwar habe ich immer wieder online ein Auge auf die selbstverständlich immer gleichen Fotos nach der Renovierung gehabt, aber es brauchte wirklich meine physische Anwesenheit, um diese Entscheidung – das ist nix – zu treffen.
In einigen Räumen ist keine Heizung, in anderen elektrische Heizkörper – hallo? – ich seh schon den Stromzähler sich im Turbogang im Winter drehen und das direkte überweisen unseres gesamten Einkommens an das E-Werk. Die Fenster sind papierdünn – wie üblich bei alten Häusern. Ich friere ja trotz Zentralheizung schon in unserem Haus im Spätherbst, Winter und Frühlingsanfang.
Da nützt der wunderschöne Ausblick auf Garten und Pool von der Küche aus auch nichts. Oder die Tatsache, dass es sehr groß ist und das untere Stockwerk – man könnte es beinahe Keller nennen – würde das Haus nicht auf einem abfallenden Grundstück stehen – aus einem riesigen Raum von dem noch drei andere Räume abgehen – bestehen. Ein Bad ist dort unten auch. Wir hätten zwei Schlagzeuge, einen riesigen Verstärker, zwei Gitarren, ein Laufband, ein Trimmrad, Gymnastikmatte und Hanteln in diesem Raum unterbringen können und hätten immer noch reichlich Platz gehabt, um uns mühelos im Raum bewegen zu können. Oben wäre noch ein gar nicht mal kleines Zimmer völlig frei – wir sind ja nur noch zu dritt. Ein pflegeleichter Garten obendrein.
Aber gut, es ist keine 600.000 Dollar plus wert. Schade.


