Jubelbücher

Ich habe mich gerade durch einige Jubelrezensionen von Erwachsenen, Kinder- und Jugendbücher betreffend, gelesen und mich beinahe fremdgeschämt. Vielleicht bin es nur ich, die keine Kinder-Jugendbücher liest, weil sie sich wahrlich nicht zur Zielgruppe zählt und weil ich eine Erwachsene-Schreibe mit Wendungen und bösen Wörtern vorziehe. Komplexe Themen. Zwar waren wir alle mal junge Leser, aber kann ich wirklich ein Buch beurteilen und lesen, das dem Intellekt eines Kindes entspricht, entsprechen soll? Stellvertretend für meine Kinder – vorablesen und für gut oder schlecht befinden? Vorsortieren, aussortieren, zensieren?

Was treibt Erwachsene dazu solche Bücher zu lesen? Freundschaftsdienste? Schreib ich dir eine gute Rezension, schreibst du mir irgendwann einmal eine, die nicht minder jubelig daher kommt?

Geht es mich überhaupt etwas an, wenn meine fellow adults nach Kinder-Jugendbücher greifen und unbedingt darüber schreiben müssen, was für ein orgastisches Leseerlebnis das gewesen ist? Lesen diese Leute sonst nur Frau Erika im Glück Geschichten? Hinterlassen diese Lektüren bleibende Schäden? Habe ich heute zu viel Zeit? Was aber viel wichtiger ist: Warum interessiert mich das überhaupt, wo es doch gar keine Buchstaben-Geschmackspolizei gibt?

Fragen über Fragen …

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Zu kleine Hüte auf zu großen Köpfen

fallen mir bei Frauen auf. What’s with that? Ein Hut muss zur Persönlichkeit passen – behauptet hier keine Hutexpertin - und zur Gesichtsform und ja, auch zur Frisur. Do not stülp Hut auf Kopf, nur weil du denkst, das könnt sich gut machen. Macht sich nicht. Trag Hut als Kompliment deiner Gesamterscheinung, suche, suche, suche, bis der Hut dich gefunden hat, nicht der Zweck.

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Warum ich keine Videos mache

Komma froh bin, dass ich keine Person bin, die in der Öffentlichkeit steht – weil jetzt mal ganz ehrlich … findet ihr dieses Foto bzw. Video (was ich mir nicht angesehen habe) auf der Spiegelonline Webseite unter der Überschrift: Stunde der Wahrheit für die Dagegen-Partei (der Satz hätte von mir als Nichtjournalistin und oft flapsige Umgängerin meiner Muttersprache stammen können) – nicht auch extrem bescheuert?

Was für eine Schildkrötenfrisur/Kopf/Ausdruck – gelblichblond gefärbte Innenrolle – auweia – ich hab direkt einen Schreck bekommen. Dann diese schräg eingesogene Wange/Mundwinkel des mittleren Herrn und den wie eingefotoshoppten Trittin daneben – also schön ist was ganz anderes. Blöde Gesichtsausdrucke und Frisuren für die Ewigkeit erhalten.

Besonders doof sind ja auch immer stockende oder gänzlich eingefrorene Videos – was nicht immer an meiner Verbindung liegt – dann sieht man Menschen mit halboffenen Augenlidern und Mündern oder gänzlich geschlossenen Augen und damit, das muss jetzt einfach mal in aller Deutlichkeit gesagt werden, sieht auch der schönste Mensch völlig bekloppt aus.

Schlimm sind auch die live Übertragungen im Fernsehen. Steht ein Auslandskorrespondent irgendwo im Nahen Osten, im Hintergrund schlagen Bomben ein, der Ton reißt ab, das Bild zittert und plötzlich hat bei der ganzen Ernsthaftigkeit der Berichterstattung der Mann eine Grimasse, weil das Bild eingefroren ist. Das ist doch peinlich! So viele Menschen wollen “ins Fernsehen” – nä danke – ich nicht!

Potzblitz

Plötzlich bin ich auf Seite *34 oder irgendwo in der Gegend fassungslos ob der vielen “plötzlichs”  und geneigt, den Goldmann-Thriller quer durchs Schlafzimmer zu schleudern. Und zwar plötzlich!

Zugegeben, ich hab was gegen das Wort. In einem Thriller hat es nichts zu suchen. Anderswo nur bedingt. Innerhalb weniger Absätze aufeinanderfolgenden Seiten möchte ich nicht 5x (no shit!) ein faules Wort lesen. Es ist eine faule Wortwahl, noch dazu nicht immer treffend. Es erzeugt keine Spannung. Aufsätze von Drittklässlern meist auch nicht. Beliebt ist plötzlich auch in Verbindung mit Aufschrei. Plötzlich schrie sie auf. Ich schreie nie plötzlich auf, ich plane meine (Auf)Schreie. Akribisch. Auch rufe ich nix Profanes (plötzlich aus), wenn jemand mit mir im Raum ist. Das mag in der guten Stube des Buckingham Palastes möglicherweise nötig sein, in normalen deutschen Wohnzimmern eher nicht. Es sei denn man hat den Heiligen Gral hinterm Sofakissen gefunden. Oder ist 2 Jahre alt: “Ich hab in die Hose geschissen!”

Plötzlichkeiten umzingelt von Ausrufezeichen. Was sagen mir solche Sätze? Der Autor ist faul und wegen seiner Faulheit nimmt er an, dass der Leser dumm-doof ist. Achtung will der Autor uns mitteilen, wir befinden uns im Spannungsfeld, für den Fall, dass das niemand bemerken sollte. Auch bietet sich an den Leser mit Ausrufezeichen zu erschlagen, sollten einen die Plötzlichs nicht schon platt gemacht haben. Ob der so angegriffene Leser dann plötzlich aufschreit? Das Buch, sich oder seinen Partner damit schlägt?

Mag sein, dass irgendwo – plötzlich? – noch Spannung aufkommt, die muss ohne mich leben. Zwischendurch gibt es auch mal gute Sätze. Plötzlich sozusagen. Drei Sätze weiter wird man wieder von platten Dialogen und schlechten Thrillersätzen gepiesackt.

Auf Seite *46 gebe ich endgültig auf. Beinahe kommen mir Verzweiflungstränen. Ich verspreche mir nie wieder einen deutschen Thriller zu lesen. Finde ich schade. Streich das. Finde ich gar nicht mehr schade, ist eine logische Konsequenz. Gepaart mit Instinkt? Auf jeden Fall nicht blindem Instinkt.

Ob bei Goldmann jemand plötzlich aufschrie: “Ich hab keine Lust mehr zu lektorieren, das merkt doch kein Mensch”, ist mir nicht bekannt.

Wenn ich im Rentenalter bin, zähle ich mal die “Plötzlichs” oder schneide sie aus und verhöker sie bei eBay an einen Grundschüler, um meine Rente aufzubessern und eine Lehrerin in den Wahnsinn zu treiben.

*Seitenzahlenangaben sind frei erfunden, um die Anonymität der Sätze zu gewährleisten, bewegen sich jedoch tatsächlich im “unter 50-Bereich”.

Sternchengeburt

10 Lebensjahre auf dem dünnen Rücken plus berühmte Eltern und Tussen-Outfit – man darf gespannt sein, wer sich mit 16 Jahren zu Tode langweilt und mit 18 Jahren seine Memoiren veröffentlicht.

I whip myself, wenn ich den Song höre und zwar ganz doll.

Da hat es Bangs, der sudanesische Rapper hier in Melbourne etwas schwerer – was am Song liegen mag oder an der Stimme oder am Text oder auch nicht, wer weiß das schon so genau? Kürzlich konnte er nicht oder kam zu spät zu einem Gig, weil der Bus mit dem er fahren musste, Verspätung hatte. Das ist bitter. Bitterer, als dieses Video?

Ich ziehe demnächst nach Laos und starte dort meine Musikkarriere – die merken das da gar nicht, dass ich nicht singen kann.

I whip myself jetzt noch viel doller.

Als Frauen noch dramatisch den Handrücken an die Stirn legten

und gequält (oder blöd) guckten und das Publikum vor lauter Spannung den Atem anhielt und Hintergrundmusik die Überschauspielgeste unterstrich: Dial M for Murder (Bei Anruf Mord) – von Hitchcock – puh gestern teilweise gesehen, weil ganz ehrlich, wenn man nicht grade Filmstudent ist, dann kann man im Jahre 2010 diese Überschauspielgesten und Mimiken nicht wirklich sonderlich spannend finden.

Innerlich halb abgeschaltet hatte ich, als das Telefonklingeln sie nachts aufweckt, sie ans Telefon geht, es meldet sich niemand und sie 23 Mal in verschiedenen Tonlagen Hallo? in die Sprechmuschel sagt. Dann folgt diese unspannende Szene wie der vom Ehemann angeheuerte Mörder hinterm Vorhang hervorgesprungen kommt und sie mit einem Schal würgt. Nachdem er sie bei dramatischer Hintergrundmusik gefühlte 30 Minuten gewürgt hat, kann sie sich vom Schreibtisch eine Schere greifen und sticht sie ihrem Angreifer – pieks – in den Rücken. Der Mörder steht gebeugt über der auf dem Rücken liegenden Frau vor dem Schreibtisch  – schnellt kerzengrade hoch, als wäre er soeben auf dem Appellplatz von einem Major zusammen geschissen worden, biegt den Rücken unnatürlich durch und fällt selbstverständlich auf diesen. Die Schere rammt sich – piiieeeks – tiefer ins Fleisch.

Überdramatisches husten, sich aufrichten, sich mit einer Hand auf die Schreibtischkante stützen, sich hustend beugen und endlich – huuuust – den Telefonhörer aufnehmen, der vom Schreibtisch baumelt. Kurzes Gespräch mit ihrem Mann, der ja immer noch in der Leitung ist und der ihr sagt , sie solle nichts anrühren, er würde sofort nach Hause kommen.

So. Ja. Kommt er nach Hause (dramatisches sich ihm an die Brust werfen), schickt er sie – und das ist hier der richtige Ausdruck – schickt er sie ins Bett wie ein kleines übermüdetes Kind, während am Boden die Leiche des möchtegern Killers liegt. Obwohl sie sich vorher noch anziehen wollte, weil sie der Polizei nu nicht gerade im Nachthemd gegenüber stehen möchte – lässt sie sich wegschicken.

Spätestens an dieser Stelle kriegte ich diesen Blick, der meine Augen immer trübt und falls mich jemand in dem Moment ansieht, kommt derjenige nicht umhin festzustellen, dass ich grade mit meinen Gedanken am Strand von Acapulco bin.

1954 müssen Frauen total bescheuert gewesen sein.

Yeeah – Willi & Käthe

I wonder how long that one will last. Bets anyone?

Je pompöser die Hochzeit, je kürzer die Ehen – aber das kann auch nur meine persönliche Wahrnehmung sein. Dennoch, ich gebe den beiden Briten 7.5 Jahre, 2 oder 3 Kinder und dann eine hässliche Scheidung. Hinterher wird der gebrauchte Verlobungsring dafür verantwortlich gemacht. Amen.