Ich habe mich gerade durch einige Jubelrezensionen von Erwachsenen, Kinder- und Jugendbücher betreffend, gelesen und mich beinahe fremdgeschämt. Vielleicht bin es nur ich, die keine Kinder-Jugendbücher liest, weil sie sich wahrlich nicht zur Zielgruppe zählt und weil ich eine Erwachsene-Schreibe mit Wendungen und bösen Wörtern vorziehe. Komplexe Themen. Zwar waren wir alle mal junge Leser, aber kann ich wirklich ein Buch beurteilen und lesen, das dem Intellekt eines Kindes entspricht, entsprechen soll? Stellvertretend für meine Kinder – vorablesen und für gut oder schlecht befinden? Vorsortieren, aussortieren, zensieren?
Was treibt Erwachsene dazu solche Bücher zu lesen? Freundschaftsdienste? Schreib ich dir eine gute Rezension, schreibst du mir irgendwann einmal eine, die nicht minder jubelig daher kommt?
Geht es mich überhaupt etwas an, wenn meine fellow adults nach Kinder-Jugendbücher greifen und unbedingt darüber schreiben müssen, was für ein orgastisches Leseerlebnis das gewesen ist? Lesen diese Leute sonst nur Frau Erika im Glück Geschichten? Hinterlassen diese Lektüren bleibende Schäden? Habe ich heute zu viel Zeit? Was aber viel wichtiger ist: Warum interessiert mich das überhaupt, wo es doch gar keine Buchstaben-Geschmackspolizei gibt?
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