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morgen im Parlament in Canberra für das Leid, das England einigen seiner Kinder angetan hat. Für das Leid der Kinder, das Australien tatkräftig unterstützt hat. Elternlose Kinder, unehelich geborene Kinder, die den Müttern von Nonnen und sonstigen Hilfsorganisationen abgeschwatzt wurden ( dein Kind hat doch mit dir keine Perspektive), ja, sogar Kinder, denen man eingeredet hat, ihre Eltern seien tot.
Wurden einfach nach Australien verschifft. Ganz alleine. Bis ca. 1970. Nicht 1870, nicht 1905, nein ab irgendwann in den 50ern. Da sollte es ihnen besser gehen. In Heime und zu Pflegeeltern gesteckt, kaum bis keine Schulbildung bekommen, schwer arbeiten müssen auf Farmen oder sonstwo. Wenn das nicht zum Weinen ist, dann weiß ich es auch nicht.
Auch wenn man mit Geld die Vergangenheit nicht ungeschehen machen kann, ich hoffe dennoch, dass die Betroffenen – die ihr Leben lang leiden – fette Entschädigungen bekommen werden. Ekelhaft, was Menschen Kindern angetan haben. Immer voran kirchliche Institutionen. An welchen Gott die geglaubt haben, werde ich nie verstehen. Englischer Artikel hier.
Kategorien: Leben woanders
Mit Tag(s) versehen: Australien, England, Heimkinder, Pflegefamilien, Zwangsverschiffung
hält sich jetzt schon eine Woche und langsam habe ich das Gefühl, der Dunst kriecht mir in jede Zelle. Ich kann weder bewölkt länger sehen, noch dunkle Kleidung.
Kann mich auch nicht in eine bessere Stimmung bringen, mein Schwager ist gerade auf dem Weg ins Krankenhaus nach Münster. Geballte Chemotherapie, die Erste. Wir haben Angst.
Schickt gute Gedanken in die Atmosphäre – für all die Kranken in dieser Welt – in der man Mäusen einen Hundekopf auf dem Rücken züchten kann – aber in der Krebsforschung gestern stehengeblieben zu sein scheint.
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was tue ich zu dieser dunklen nassen Jahreszeit hier? Ich ärgere mich ein wenig. Marco schickt mir ein Foto vom Whirlpool. Ist für drei oder vier Personen, nicht wie ich ursprünglich dachte für mehr. Sonst hätten wir auch direkt vom Fenster aus reinhüpfen müssen. Ist weder angeschlossen, noch gefüllt. Füllt aber viel zu viel unserer Veranda aus. Wo issn jetzt mein mexikanischer Ofen? Und meine Bank? Und hat der Hund noch Platz für seinen Korb?

Kategorien: Leben woanders
Komme gerade selbst erst aus dem Winter und hocke schon wieder im Herbst. Um mich herum ein husten, niesen und schniefen und ja, nicht so schwer zu erraten, ich glaube bei mir fängt es auch an. Vielleicht kann ich es noch mit Zigarette und ein Schluck Bier ausbrennen. Ich will auf keinen Fall bettlägrig werden und das nicht nur, weil ich noch ein paar nette Termine anstehen habe.
Heute wieder zurück ins Nicht-Internetland, aber das macht nichts. Komme ich vielleicht auch mal wieder zum Schreiben, anstatt Internet zu gucken. Grade gestern noch eine Story überarbeitet, wozu ich überhaupt keine Lust hatte, aber dann doch musste.
Kein Kaffee mehr im Haus. Empörend! Nasse Haare und kann nicht kurz in den Supermarkt sprinten. Die hiesige Friseurszunft auch letzte Woche unterstützt, aber so doll zufrieden bin ich nicht. Der Tag, an dem ich richtig zufrieden vom Friseur komme, wird in Zukunft als Gedenktag in meinem Leben Einzug halten.
Gesine Schulz – Autorin und Mitglied bei den Mörderischen Schwestern hat seinerzeit den Tag der Putzfrau ins Leben gerufen. Ihre Figur Karo Rutkowsky, arbeitslose Lehrerin, schlägt sich als Putzfrau durch und löst nebenher Kriminalfälle. Oder so ähnlich. Der Beuys von Borbeck steht deshalb auf meiner Noch-zu-kaufen-lesen-Liste.
Schon gekauft ist Susanne Mischkes Tod an der Leine, zwei andere Bücher, die ich noch haben möchte, erscheinen erst im Dezember. Ich kaufe gnadenlos Deutsch – englische Literatur bekomme ich schneller und billiger zu Hause, was soll ich da die Übersetzungen kaufen?
Morgen gehts zur Lesung mit Currywurst von Volker Kutscher und wenn meine Freundin Gaby, die grade aus Bayern angereist ist (ach das passt dieses Mal super mit dem Treffen), ihre Currywurst nicht mag, bin ich mir sicher, sie findet eine dankbare Abnehmerin.
Bis die Tage
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3 November, 2009 · Kommentare sind deaktiviert
Gestern war Melbourne Cup Day. Pferderennen. Und natürlich die monatliche Sitzung der Bundesbank. Die tun nix anderes, als zu bekakeln – Zinsen in Ruhe zu lassen, zu senken oder zu erhöhen. Was für ein Job. Gestern gingen Pferde mit Namen wie: Shocking, Alcopop, Crime Scene, Kibbutz, Harris Tweed und wat nicht noch an den Start. Ich hätte logischerweise auf Crime Scene gewettet, aber das Pferd ist auf den 2. Platz gekommen. Shocking hat gewonnen. Bin mal gespannt, ob Marco gewettet hat. Hör und seh nix, vor lauter Examensvorbereitungen kommt das Kind nicht zum Schreiben.
Als einziges Land hatte Australien im letzten Monat den Leitzins erhöht. Alle Welt hatte den Atem angehalten – nach Finanzkrise und so konnten sie ihren Augen nicht trauen. Wie gut muss es unserer Wirtschaft gehen, dass man sich eine Zinserhöhung erlaubt? Wir haben sie überlebt, die Erhöhung und prompt wurde gestern schon wieder erhöht. Gemein. Ich habe mich so gefreut wenig Geld an die Bank zahlen zu müssen. So richtig kapieren tu ich’s ja ohnehin nicht. Wieso sorgt die Bundesbank dafür, dass wir weniger Geld in der Tasche haben? Was man sich alles kaufen könnte … ich brauche ja noch neue Sommerkleidung. Ist ja recht warm zu Hause geworden.
Ist sowieso komisch mit dem Kunstprodukt Geld. Die Preise kommen mir in Deutschland so niedrig vor und trotzdem ist meine Kohle schnell weg. Irgendwas stimmt doch da nicht. Ich weiß auch zufällig, wie es überhaupt zu Landbesitz in uralt Zeiten gekommen war. Einer hatte behauptet, das gehört mir und die anderen haben’s geglaubt. Und deshalb haben manche Menschen ganz viele und große Grunstücke und manche leben unter Brücken und wärmen sich im Winter ihre Hände über ein Feuer in einer Blechtonne.
Seltsames Leben auf diesem Planeten, wo eigentlich keinem was gehört und sich jeder ramscht, was er kriegen kann und dann noch für viel Geld Ressourcen an seine Mitplanetenbewohner verscherbelt. Will ja niemand mehr mit der Fietse fahren oder zur Wärmeerzeugung Blechtonnen herumstehen haben. Der oft bemühte Satz Migranten gegenüber: Dann hau doch ab, wenn es dir hier nicht passt, geht doch gar nicht. Man kann noch nicht einmal woanders hin, wenn es einem nicht mehr gefällt. Überall die gleichen gierigen und skrupellosen Evolutionsergebnisse mit Dollarzeichen in den Augen.
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Mit Tag(s) versehen: Leitzins, Melbourne Cup
Big Auge Google schickt ab November wieder Autos in Australien los, um bereits abgegrastes neu zu erfassen. Wird auch Zeit. Ich ärgere mich schon seit einem Jahr über unser altes Wohnzimmerfenster, das kurz vorm Einsetzen des neuen Fensters von den Street View Cars geknipst und verewigt worden ist. Und Bill und Helga von next door freuen sich bestimmt auch, dass ihr giftgrünes neues Dach demnächst online zu bewundern ist.
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das vor einigen Wochen bei Phillip Island an den Strand gespült worden ist, konnte jetzt einem Mörder zugeordnet werden. Gut so. Muss ja furchtbar für die Angehörigen gewesen sein. Ein fetter glatzköpfiger 55 Jahre alter Mann hatte die Frau während eines Streits erwürgt und anschließend in der Badewanne zerstückelt. Drei Mitwisser sind ebenfalls angeklagt worden. Gut so. Albträume sollen sie kriegen und zwar für den Rest ihres Lebens. Schweinebande!
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Mit Tag(s) versehen: Phillip Island, zerstückelte Leiche
ihre Reisen nach D.-Land, nur wenn im Kopf nicht viel geht, kann auch ihr mal ein gehöriger Schnitzer passieren. Zum ersten Mal nachts losgeflogen und noch nie den Flughafen Melbourne so leer gesehen. Auf meine Frage beim einchecken, ob der Flieger voll sei, kicherte das Bodenpersonal und meinte, er wäre nur zu einem Drittel voll. Innerlich und äußerlich jubelierend hatte ich gleich Lust doch loszufliegen, wo ich zwei Stunden vorher noch verzweifelt meine Ticket Konditionen im Internet gesucht habe, weil ich den Flug canceln wollte. Ich habe zwar nie wirkliche Vorahnungen, aber ich habe mich gar nicht gut gefühlt und dann fuhr ja auch später auf der Autobahn noch ein Auto mit dem Kennzeichen TOT neben uns. Nicht gelogen – ich schwöre. Sofort U-Turn hab ich in Johns Ohr gebrüllt, aber der hat nur gelacht.
Jaime und ich hatten die gesamte Vierer-Sitzreihe für uns, hinter uns war auch alles frei und so habe ich die 7 Stunden von Melbourne nach Singapur die meiste Zeit liegend und dösend verbracht. Auf Vorrat ausgestreckt sozusagen, da man ja nie wissen kann, ob in Singapur nicht doch noch Leute dazu steigen. Und wie ich so halb dösig auf den Bildschirm vor mir gucke auf den ich die Flugroute eingestellt hatte, zeigt mir das Flugzeug an, dass wir schon sehr nahe an Singapur sind. Es hätte doch schon längst eine Durchsage kommen müssen – Tischken hochklappen, Lehnen grade stellen, anschnallen und dieser Kiki. Naja, denke ich mir, so akurat wird die Routenanzeige dann doch wohl nicht sein und als ich das nächste Mal gucke waren wir an Singapur vorbei geflogen. What the fuck?
In meiner Panik wollte ich zunächst eine Flugbegleiterin suchen und verlangen – ach was sage ich – fordern, notfalls unter Gewaltandrohung: sofort anhalten, umdrehen. Singapur. Landen. Jetzt! Die Panik hatte dann doch relativ schnell nachgelassen, als mir klar geworden war, dass ich einen non-stop Flug von Melbourne nach Dubai gebucht hatte und machtlos war. Ärger über mich fraß an mir – aber das Glas war schnell wieder halb voll wegen der freien Sitzplätze. Was bleibt einem auch anderes übrig, als sich zu fügen? Hätte ich die Flugzeit auf meinem Sitz aushalten müssen, wäre ich mit Baumstammbeinen ausgestiegen. Nette 14 Stunden eingesperrt mit diesen popeligen Essensdöschen und habt ihr eigentlich schon mal bemerkt, dass man den Deckel von der Kaffeesahne niemals ohne das die Milch über die halbe Hand spritzt, öffnen kann?
Jaime war genauso begeistert wie ich und der einzige Trost war die Sitzreihe, die ich ganz für mich alleine hatte. So torkelten wir dankbar in Dubai aus dem Flieger und haben tatsächlich 4.5 Stunden Aufenthalt genossen. Der neue Terminal 3 ist sehr schön. Gefällt mir viel besser, als Terminal 1. Nur rauchen darf man dort nirgends und das finde ich ganz gemein. Es gibt allerdings eine Bar dort, in der man rauchen darf, aber dann muss man natürlich auch was bestellen und da gibts auch wieder ein Minimum auf Kreditkarte Bestellung, aber das war mir so was von piep. Die Rechnung kommt, wenn ich noch gar nicht zu Hause bin hähä. Der Anschlussflug war proppevoll und obwohl ich mithilfe von Rücksichtslosigkeit (die sehen mich eh nie wieder) alles aus dem Weg schob, was mir im engen Gang im Weg rumstand und wir so ziemlich als Erste den Flieger verlassen konnten (also nach den Erste- und Businessklasse Passagieren, den Alten, Kranken und Siechen, Familien mit Kleinkindern und Dicken), ist mein zweiter Koffer erst ganz zum Schluss aufs Gepäckband befördert worden. Empööörend.
Solltet ihr eine Frau mit dicken Tränensäcken und Schatten unter den Augen sehen, könnte ich das übrigens sein.
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Mit Tag(s) versehen: Düsseldorf, Dubai, Melbourne
Leben woanders is doing my head in. Meine schlimmsten Befürchtungen, die ich all die Jahre so gut es ging verdrängt habe, sind wahr geworden. Den Reisestress werde ich überstehen, wie immer habe ich Angst vor dem Abschied in D.-Land, wenn es wieder zurück geht. Nach Hause. Ich hab zwei Zuhause. Und nirgends bin ich so richtig da. Und irgendwie fällt es mir immer schwerer entspannt zu leben. Aber das ist jetzt nicht wichtig.
Ein Segen, dass es online Buchungen gibt, dass ich das Geld grad habe und auch unsere Pässe gültig sind. Heute gebucht, am Montagabend schon in Deutschland. Den wichtigsten Kram heute erledigt, jetzt bleiben nur noch hundert Kleinigkeiten. Dass ausgerechnet jetzt mein Arm bzw. meine Finger verrückt spielen müssen ist extrem nervig, aber nicht zu ändern. Hauptsache der Nerv wird durch die verzögerte Op nicht irreparabel beschädigt.
Und wenn, dann mache ich dafür die Deutsche Bundesbahn verantwortlich. Stundenlang am Computer sitzen und mal wieder den Arm zu überlasten, macht sich unangenehm bemerkbar. Ich konnte nicht glauben, was die Spielerei mit verschiedenen Bahnhöfen auf meine Retina transportierte. Eine stinknormale Bahnfahrt für die ich sonst 2 Stunden benötige – mit dem Auto gehts übrigens auch nicht schneller – ohne umzusteigen – aber das scheint ein Luxus geworden zu sein – von D.-Dorf-Flughafen nach X 7 Stunden und 58 Minuten mit 7 x umsteigen.
Say the fuck what?
Wenn ich über 30 Stunden auf den Beinen bin, steige ich mit Gepäck nirgends mehr um – da falle ich höchstens um. Bahnhofshotel in D.-Dorf für eine Nacht – paar Euro fuffzig unter 100 Schleifen ohne Frühstück.
Say the fuck what?
Einziges highlight, ich darf jetzt 30 kg Gepäck mitnehmen, wo es sonst immer nur 20 kg waren und ich ohnehin immer drüber war – aber großzügigerweise nie extra bezahlen musste. Der Stress beim einchecken fällt weg – hallelujah. Eigentliches highlight – meine Schwester wird mich abholen, was sie sonst ohnehin immer getan hat, nur dieses Mal hatte ich allen Leuten Stress ersparen wollen.
Da sich die DB ihre Kunden vergrault und ich nicht sicher sein kann, dass jemand mit mir mit dem Auto zur Ladies Crime Night nach Düsseldorf fährt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass D.Dorf mich nur bei Ankunft und Abflug zu Gesicht bekommt.
Ab Sonntag – meine Zeit – bin ich nur noch per hotmail zu erreichen. Zur Erinnerung: nochnuser
Kategorien: Leben woanders
und ich ihn nicht. Natürlich fällt mir gleich dazu der uralte Hape Kerkeling Gag ein, bei dem sich dann herausstellt, dass seine Frau Polin ist und er keinen Piep polnisch spricht.
Die gesamte Woche stehe ich spät auf und nörgel einen deutschen Satz heut vormittag … Ich kriech die letzen Tagen nichts gebacken. Was willst du backen? Das Wort kannte er. Ich sach, ich will gar nichts backen – hast du mich jemals BACKEN sehen? Meine Herren bist du heute testy. Was bin ich? Testy. Was soll das heißen? Angry. Du bist seit Tagen angry.
Bin ich nicht, verdammt noch mal, ich dreh am Rad. Das ist ein Unterschied. Angry … pffft.
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