ist bestimmt noch Eiscreme oder Eis am Stil. 31 Grad – da darf man auch mal wieder Eis essen
Archiv der Kategorie: Leben woanders
Madam war heute
ganz schön im neuen Rock und sonstigem Outfit und auch die Haare lagen mal so, wie ich es von ihnen kenne, wenn sie wieder wachsen. Endlich mal nicht 2x täglich umziehen (Sportkleidung) 27 Grad – was will man mehr? Fünf Bücher zu lesen, eins zu schreiben, Telefonate führen, Finanzen jonglieren plus Eurokurs überwachen. Halbherzig Unkraut gezupft – weil wächst bei den Temperaturen wie *ehem Unkraut. Neidisch gewesen auf den beruflichen Aufenthalt im Forensischen Institut – gleich neben der alten city morgue (Leichenschauhaus) – Anweisung per SMS gegeben: Fotos machen unbedingt! SMS zurück: Fotografieren strengstens verboten, richtig unheimlich hier, besonders mit den uralten Zeitungsausschnitten. SMS zurück: Scheiß auf Verbote, mach einfach.Musste deshalb an Schwester denken, die immer schon einen Hang zum Morbiden hatte – kam bei mir erst Jahre später. Nämlich, als ich begriffen habe, dass das Leben nicht höflich, nicht nett und freundlich ist und vor allem nicht in La-La-Land stattfindet, sondern hier und jetzt und ganz schön morbide sein kann.
Man sollte Tier sein – ohne Bewusstsein – aber was machen wir mit Bewusstsein? Fressen oder gefressen werden. Auch nicht schön und auch gleich der Tierwelt. Cowboys und Aliens gesehen. Naaajaaa – Daniel Craig hat sehr blaue Augen – hat mein Mann auch, wenn die Sonne ihm ins Gesicht scheint und wenn er abgespannt ist, sind sie dunkler. Meine übrigens auch. Erstaunlich, wie die Befindlichkeit die Augenfarbe verändern kann – aber wir wollen hier nicht ins Esoterische abdriften und uns Befindlichkeiten einreden, die so nicht vorhanden sind. Obwohl es ja Leute geben soll, die dir einmal in die Augen schauen und sehen können, was du vor drei Tagen gegessen hast und wissen, warum du heute unpässlich bist.
Der Film hat wenige comical Momente, kann man sehen, muss man aber nicht. Genauso wie man sich über Verlags- und Bücherwelten Gedanken machen kann, aber nicht muss. Ich denke ja auch nicht über die Erdnuss in der Schokolade nach, die ich mir vielleicht morgen zu Gemüte führe – so lese ich, um unterhalten zu werden, nicht, um mir einen Kopf über Literatur oder die Branche schlechthin zu machen. Es ist gut, dass bei uns Frühling und bald Sommer ist. So leicht, so angenehm, so lebenslustig. Sollen sich andere Leute um die Branche Gedanken machen – immer die selben – sich im Kreis drehen, mit anderen Worten zwar, ist dennoch ein Kreis. Egal wie groß.
Während ich Gewichte stemme, laufe, Trimrad fahre (11 km – ein Klacks) – könnte noch mehr, wenn ich nicht Gefahr laufen würde einen Pavianhintern zu bekommen – myohmy ist der Sattel hart – denke ich nicht nach. Gut so. Erholsam. Keine Sorgen, keine Lösungsversuche. Keine Sorgen haben will, auch keine Lösungen suchen will. Leben. Will. Ich.
Munter bleiben!
Kurzes Gedächtnis
muss ich wohl haben, wie sonst erkläre ich mir, dass ich im Einkaufszentrum in den Thaimassage-Tempel geschlendert bin. Gut, kann auch was mit meinem halbsteifen Nacken, der Muskelverspannung in Schultern und Rücken zu tun gehabt haben … Gymnastik und Hanteltraining gehen eben nicht spurlos an meinem Körper vorbei. In Asien hat man mich ja schon mal mit so einer Thaimassage gequält – ich hatte scheinbar vergessen, wie weh das getan hat. Man fühlt sich beinahe verhauen. Da werden die Daumen auf verspannte Muskeln gedrückt, dass man ächzt, stöhnt, jammert und fast weint, was zur Folge hat, dass man Lülle, Lippenstift, Mascara und vermutlich Make-up auf dem Papiertuch lässt, das übers Kissen gelegt wird. Entspannend finde ich das nicht. Eigentlich hätte deren Name Kung fu massage Alarmglocken schrillen lassen müssen.
“Hier ist ein Knoten”, meinte der Masseur und bohrte den Daumen noch tiefer. Das tat besonders weh im unteren Rückenbereich – also oberhalb des Steißbeins. Ach, eigentlich überall. Ich habe auch nicht gewusst, dass man Arschbacken zum Rücken zählt – war aber bis auf den Daumen an eine wehe Stelle bohren – am schönsten. Ich finde, er hätte mir ruhig länger den Hintern massieren können – immerhin habe ich dort Muskeln aufgebaut, dat lohnt doch, sach ich mal, statt sich mit meinem Rücken entlang der Wirbelsäule so lange aufzuhalten.
Man muss sich auch gar nicht ausziehen – praktisch irgendwie – nur den Gürtel abnehmen. Dann wird einem ein Handtuch auf die zu massierenden Stellen gelegt und los geht’s.
Bei all der Quälerei muss ich doch sagen: meinem Nacken geht es tatsächlich wieder gut. Erstaunlich, wo der gar nicht lange massiert worden ist – aber genauso kräftig. Halbe Stunde 35 $ – da kann man nicht meckern.
Obama Fieber
Ja, ja ich weiß, interessiert sich niemand für englischsprachige Nachrichten. Hier trotzdem ein Link zum heutigen Obamabesuch in Darwin. Von unten nach oben lesen. Oder einfach Fotos gucken. Ich finde, der Mann wirkt sympathisch. Hat auch eine Krokodilversicherung über 50.000 $ geschenkt bekommen – also, wenn er während seines Aufenthalts in Darwin vom Croc gefressen worden wäre, hätte seine Familie das Geld bekommen. Nette Geste. Natürlich noch ein paar Geschenke für sich und die Kinder. Seine Frau hat nix gekriegt.
In ca. sechs Monaten werde ich auch in Darwin sein. Bin mal gespannt, ob man dann dort Marines mit alberne Haarschnitte durchs Dörfken flanieren sehen kann oder die sich alle in der Wüste verstecken.
Elizabeth war ja neulich auch hier, fehlt nur noch .. nein bitte nicht … Benedikt.
Burn notice
… ah well I just did. Und zwar all die blöden Benachrichtigungen der Grundschule. Besonders die nominate an outstanding teacher. Nun, wäre das eine Nominierung für name and shame the meanest teacher you ever came across – I’m talking to you, Sue N. – würde ich den Zettel mit Freude ausfüllen und persönlich im Schulbüro abgeben … aber so … wärmt er gerade meinen Hintern.
Unerträglich
“Die” machen mir mein “Dorf” kaputt. Ist das Einzige, was mir neuerdings einfällt zu meinem Wohnort. Dazu muss ich kurz ausholen. Wir sind vor 12 Jahren in diesen Ort gezogen, weil wir dringend näher an die City ziehen mussten. So sind wir von unserem damaligen ländlichen Wohnort häufiger in dieser Gegend herumgefahren, haben uns Orte und Häuser angesehen und als mein Mann beinahe aufgeben wollte, weil man mich so gar nicht für aus dem Boden gestampfte reine Wohngebiete erwärmen konnte, aber dann doch noch sagte: “Ich zeige dir einen Ort, der dir bestimmt gefällt”, sind wir hier gelandet. Dieser Ort – mein Zuhause – hat einen Dorfkern, der jetzt nicht vergleichbar schön mit einem deutschen Dorf ist, aber eben anders, als das, was ich sonst so gesehen habe.
In vielen Kleinstädten hat man – ähnlich wie in Amerika – diese schrägen Parkbuchten vor den Geschäften, es ergibt immer irgendwie einen langweiligen und manchmal auch unordentlichen Eindruck. Nun sind wir hier – genau wie in Amerika – keine Freunde des Laufens, das Auto ist uns beinahe am Hintern festgewachsen. Aber, wenn man laufen will oder soll, will man auch was Schönes sehen und so lohnt es sich immer zur Highstreet in meinem Wohnort zu laufen, die ist nämlich natürlich belassen worden. Naja, ist alles relativ, aber sie hat was, die Highstreet. Das lässt sich auf Google Map nicht erfassen, man muss dort selbst laufen. So haben wir in der Mitte eine Grünfläche, das alleine macht schon einen großen Unterschied, zu den sonst doch arg langweilig aussehenden Kleinstädten. Und das alte Postgebäude und oben an der Ecke ist ein Restaurant, dass eine originale Hausfassade hat. Nebenan gibt es auch noch ein originales Gebäude – nicht wirklich schön – aber historisch, was ich sonst nur von Melbourne City her kenne. Melbourne ist schön, Melbournes Skyline ist hässlich – da gibt es ja nix.
Ich brauche Grün um mich herum. Und grün ist es hier. Abgesehen davon, dass ich den Botanischen Garten direkt gegenüber habe, gibt es hier einige wenige alte Straßen, die dementsprechenden alten Baumbestand haben. Der Pub an der Ecke im “Dorf” ist 1851 erbaut worden, ich habe irgendwo noch alte Fotokopien herumliegen, die ich mal in einem second hand shop gekauft habe. Da stehen noch Pferde vor dem Pub! Die Dorfstraße war ein dirt track. Berwick war aber immer schon Durchgang zur City, damals gab es nur den Highway noch nicht. Mein Mann kann sich gut daran erinnern, dass sie damals als Kinder schon durch Berwick gefahren sind, wenn sie einen Ausflug in die Stadt gemacht haben.
Im Laufe dieser 12 Jahre sind hier so viele Wohngebiete neu erschlossen worden, dass die Infrastruktur einfach nicht mitkommt. Und das kann sie auch nicht, ohne, dass man das “Dorf” dem Erdboden gleichmachen würde und eine Kleinstadt auf dem Reißbrett entwickelt, wie damals Canberra entstanden ist. Das verbitte ich mir auch! Aber und jetzt komme ich endlich zum Punkt: man verleidet mir das Leben hier mit verstopften Straßen und nicht durchdachten Planungen. Wenn ich von uns aus zum Strand will – egal ob zum nahen Strand oder weiter weg, nach Phillip Island – fahre ich ca. 10 km recht ländlich, bis ich am Ende der Straße abbiegen muss. Kühe, Schafe, Pferde sieht man noch weiden und ist noch gar nicht lange her, da habe ich laut ausgesprochen, was jetzt Realität wird. Es wird nur noch wenige Jahre dauern, habe ich orakelt und wir werden auf dieser Strecke nicht eine Weide mehr sehen.
Prompt lese ich heute, dass um die 6500 neue Häuser gebaut werden sollen, kleines Einkaufszentrum in der Nähe, Schulen … jaja und unsere Ausgangsstraße dorthin muss dringend upgraded werden, das Ding ist ein Nadelöhr und ich habe schon viele Nerven auf der Strecke gelassen. Jetzt soll in beide Richtungen zweispurig werden – Bäume werden weichen müssen, alles wir künstlich, anstatt die Zuggleise zu unterführen, wird jetzt einfach die Straße erweitert. Schrecklich! So wie es jetzt ist, kann es nicht bleiben, aber die Lösung ist scheiße. Unsere komische Ecke an der Kreuzung Highstreet wird auch irgendwie weichen. Hey! Das ist die einzige Ampel, die ich kenne, bei der man bei Rot fahren darf, wenn der Verkehr es zulässt. Kostet Nerven – aber trotzdem!
Ich will hier weg, weiß aber nicht wohin. Ich möchte nicht zusehen, wie im neuen Jahr alles anders wird und man monatelang mit Verkehrsstaus und Behinderungen rechnen muss, wenn man nen Liter Milch kaufen will oder zum Krankenhaus muss. Ich habe sämtliche Ärzte in der Nähe, Supermärkte, Bildungseinrichtungen, Industriegebiet, zur anderen Seite hin ein riesiges Einkaufszentrum und furchtbar viel andere Läden – eben alles, was das Konsumentenherz begehrt. Scheinbar kommt das “at a price” und den bin ich nicht mehr gewillt zu zahlen.
Ich habe nur ein riesiges Problem – ich bin eine halbe kleine Landpomeranze – ich brauche Großstadt in meiner Nähe und auf keinen Fall kann ich total ländlich leben. Mein Portemonnaie ist auch nur bedingt groß.
Was tun?
Lächerlich
wie teuer ein Highschoolstart in einer staatlichen Schule hier ist. Heute haben wir das Infopaket und Orderforms und so bekommen. Alleine die Schulbücher bis hin zum letzten Radiergummi kosten um die 650 Dollar, wobei ich einige wenige Dinge ausgelassen habe, die noch vorhanden sind. Zum Beispiel den Atlas. Mir doch egal, ob sich in den Jahren, in denen Marco zur Highschool ging irgendwelche Bananenrepublikgrenzen verschoben haben. Guckt doch sowieso jeder Google Map. Ich ja auch. Heute wollte ich mir die Route Berwick-Nordhorn berechnen lassen, aber da hat Google Map schlapp gemacht. Niedlich waren die Symbole oben am iPod, den ich dafür benutzt hatte. Ein Auto, ein Bus, ein Fußgänger. Naja – laufen hatte ich nicht unbedingt vor. Vom Busfahren habe ich noch seit Vietnam genug, bleibt also nur das Auto. Aber gut, wollte Googel Map halt nicht. Schade.
Highschool. Schuluniform. Die bestehen auf schwarze Schuhe (tun sie hier immer), aber sie müssen aus Glattleder sein, also nicht diese Skateschuhe. Ich habe es nicht übers Herz gebracht auch hier die Kosten grob zu überschlagen. Rechne mal getrost – und ich wasche lieber regelmäßig, alsdass ich für hässliche Billigkleidung viel Geld ausgebe, um die 200 Dollar (ohne Schuhe, die muss man im normalen Schuhgeschäft kaufen, während man die Uniform im schuleigenen Shop kauft). Kommen die Schulgebühren dazu – habe ich auch noch nicht nachgesehen. Und das Schoolcamp im März für 230 Dollar. Da sind wir locker bei ca. 1200 oder 1300 Dollar. Das wollen die natürlich vor Weihnachten haben. Ja. So. Ich würde ja lieber mit dem Geld was richtig tolles machen, an Ideen mangelt es mir da nicht.
Ich hatte auch gesagt: Reicht jetzt, Haus verkaufen, Schiffscontainer bestellen, ab nach Europa. Natürlich ist das lächerlich, um 1300 Dollar zu sparen – aber so funktioniert mein Hirn manchmal. Ich finde Bildung sollte frei sein und fuck die Schuluniform. Sowieso stechen mich schon wieder die Mücken, die Sonne ist noch nicht gänzlich untergegangen. Heute angenehme Mittzwanzigdegrees und Lunch hatte ich mit einer Freundin. Was ich zu Weihnachten bekomme weiß ich auch schon, was daran liegt, dass ich immer sagen muss, was ich möchte. Mein Mann ist immer dankbar und ich weiß, dass ich nichts bekomme, wo man beim auspacken irritiert lächelt und sich im Stillen fragt, was denjenigen wohl dazu getrieben hat mir ausgerechnet DAS zu schenken. Ich habe mich für eine Sony E-Reader entschieden. In rot. Schwarz finde ich öde. Das bedeutet, dass ich ziemlich viel independant stuff kaufen und lesen werde, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nach wie vor zu geizig sein werde für ein Ebook genau so viel Geld zu bezahlen, als für ein gedrucktes Buch. Ausnahmen wird es geben, aber wenige. Und nach wie vor werde ich regelmäßig in die Bücherei gehen. Den E-Reader möchte ich schlicht als Ergänzung haben.
Samstag war es richtig warm, ich war am See, aber da war wenig Schatten und nach 1.5 Stunden hat man dann doch genug. Gut eine Schwägerin mit tollem Swimmingpool zu haben – Kind abgeladen, Mutti zufrieden zu Hause gegammelt, Papa arbeiten, wie sich das gehört. Ach gehört sich ja gar nicht unbeding am Wochenende – aber … gut … ja … man gewöhnt sich in all den Jahren daran, dass grundsätzlich drei oder vier Wochenenden keine Familienwochenenden sind. Hier lässt sich ohnehin schon lange nicht mehr zwischen Wochentag und Wochenende unterscheiden.
Es schwebt, wie seit langem, die Frage im Raum: Wie viel Hamsterrad kann ein Menschenleben ertragen und wann ist es bitternötig to pull the plug (den Stöpsel rausziehen – hört sich in der Übersetzung irgendwie doof an hehe) und wird hinterher alles besser, gleich doof oder doch spannend? You’ll never know, if you never ever go!