Einträge werden als ‘Lesen’ kategorisiert
und dieser Beitrag wird aus einer Tiefe von geschätzten 12.43 m geschrieben, in die ich mich hinuntergegraben habe.
Gestern wurde ich bei einer Lesung von Marie-Theres Kroetz-Relin in meiner Heimatstadt von ihr verbal auf die Bühne gezerrt und stand bzw. saß da wie das scheu-geblendete Reh im Scheinwerferlicht und bin auf der Stelle tot umgefallen.
Obwohl mein alter Text Fit und schlank gestorben, mit Lachern an den passenden Stellen vom Publikum gnädig – wofür ich für immer und ewig dankbar sein werde – aufgenommen worden ist und ich nicht selbst gelesen habe – sonst wäre ich mit großer Wahrscheinlichkeit schon vor lauter graben irgendwo in China herausgekommen – verlasse ich sofort meine Heimatstadt.
Zarte Seelen – auch die, die sich gnadenlos über alles und jeden lustig machen – eignen sich eher nicht für die Öffentlichkeit, der sie in solchen Momenten ausgeliefert sind. Ich weiß schon, warum ich nie den Drang verspürt habe Schauspielerin oder Model (der angebliche Traum vieler Mädels) werden wollte. Vielleicht ticke ich einfach völlig anders. Darf ich doch, oder?
Damit kein falscher Eindruck entsteht, ich bin Marie-Theres dankbar, dass sie in ihrer forschen Art (O-Ton … und du Blöde hast sämtliche Texte von dir auf meiner Webseite löschen lassen …) mich förmlich genötigt hatte, mich und meine Schreibe in einem anderen Rahmen wahrzunehmen, als dies bisher der Fall gewesen ist. Auch fand ich es sehr schön vor der Lesung noch privat Zeit mit ihr verbringen zu können, um das eine oder andere zu bekakeln und zu erfahren und auch meiner Mutter und meiner Tante eine Freude mit der Lesung und dem Abschlussdrink (zu essen gabs in der Provinz um diese späte Stunde leider nix mehr) machen zu können. Wann sitzt man schon mal am Tisch mit jemandem, den man schon mal im Fernsehen gesehen hat oder deren Kolumne man ganz gerne in einer Zeitschrift gelesen hat? Eben. Meine Mama ist mir jetzt was schuldig.
Marie-Theres hat eine tolle Lesung geboten und auch die Grafschafter, die durchaus sehr stur sein können, haben sich prächtig amüsiert. Gut, die zwei älteren Leutchen am Fenster schrieben sich mit bierernster Miene die Finger wund (Presse? Gleich beide so not amused? Ganz wichtig sein?)
Sozusagen wichtiger als alle anderen und da hat man logischerweise gar keine Zeit die Mundwinkel nach oben, statt nach unten zu ziehen – dabei fällt mir ein, selbst die Queen kann zwei Dinge auf einmal – lächeln und winken – und auch die Frau, die direkt neben mir saß, hat nicht einmal gelacht – kann halt passieren, dass man sich nicht traut zu lachen, kichern, lächeln, grinsen … – vielleicht hat man es einfach im Laufe des Lebens verlernt oder einen sauschlechten Tag gehabt oder eher einen Schunkelhumor – aber der Rest schien mir durchaus zufrieden. Schräg hinter uns kicherten gleich mehrere Frauen regelmäßig und auch manche der anwesenden Männer trauten sich, sich zu amüsieren.
Ich geh jetzt wieder graben. Munter bleiben!
Kategorien: Lesen · Schreiben
Mit Tag(s) versehen: Lesung, Nordhorn
Komme gerade selbst erst aus dem Winter und hocke schon wieder im Herbst. Um mich herum ein husten, niesen und schniefen und ja, nicht so schwer zu erraten, ich glaube bei mir fängt es auch an. Vielleicht kann ich es noch mit Zigarette und ein Schluck Bier ausbrennen. Ich will auf keinen Fall bettlägrig werden und das nicht nur, weil ich noch ein paar nette Termine anstehen habe.
Heute wieder zurück ins Nicht-Internetland, aber das macht nichts. Komme ich vielleicht auch mal wieder zum Schreiben, anstatt Internet zu gucken. Grade gestern noch eine Story überarbeitet, wozu ich überhaupt keine Lust hatte, aber dann doch musste.
Kein Kaffee mehr im Haus. Empörend! Nasse Haare und kann nicht kurz in den Supermarkt sprinten. Die hiesige Friseurszunft auch letzte Woche unterstützt, aber so doll zufrieden bin ich nicht. Der Tag, an dem ich richtig zufrieden vom Friseur komme, wird in Zukunft als Gedenktag in meinem Leben Einzug halten.
Gesine Schulz – Autorin und Mitglied bei den Mörderischen Schwestern hat seinerzeit den Tag der Putzfrau ins Leben gerufen. Ihre Figur Karo Rutkowsky, arbeitslose Lehrerin, schlägt sich als Putzfrau durch und löst nebenher Kriminalfälle. Oder so ähnlich. Der Beuys von Borbeck steht deshalb auf meiner Noch-zu-kaufen-lesen-Liste.
Schon gekauft ist Susanne Mischkes Tod an der Leine, zwei andere Bücher, die ich noch haben möchte, erscheinen erst im Dezember. Ich kaufe gnadenlos Deutsch – englische Literatur bekomme ich schneller und billiger zu Hause, was soll ich da die Übersetzungen kaufen?
Morgen gehts zur Lesung mit Currywurst von Volker Kutscher und wenn meine Freundin Gaby, die grade aus Bayern angereist ist (ach das passt dieses Mal super mit dem Treffen), ihre Currywurst nicht mag, bin ich mir sicher, sie findet eine dankbare Abnehmerin.
Bis die Tage
Kategorien: Leben woanders · Lesen
Mit Tag(s) versehen: deutsche Autoren, Mörderische Schwestern EU, Schniefnasen
und ich bin nicht da. Zwar kenne ich den deutschen Autor nicht, könnte mir aber vorstellen, dass mich gerade wegen des Settings in Berlin seine Krimis interessieren. Und Currywurst geht bei mir ja immer
Lesung: Volker Kutscher – Berliner Krimiabend
Ort: Kloster Frenswegen Nordhorn – 05.11.09 – Uhrzeit stand seltsamerweise nicht auf der Webseite, vermutlich abends.
Volker Kutscher liest, erzählt und diskutiert seinen neuen Roman „Der stumme Tod“, der die Leser in die Filmmetropole Berlin des Jahres 1930 führt. Volker Kutscher gelingt es, das Berlin der 30er Jahre in einem vielschichtigen und spannenden Kriminalfall lebendig werden zu lassen. Er zieht seine Leser mitten hinein in eine Zeit, die unserer Gegenwart viel näher ist, als man vermutet.
Die Lesung wird in Kooperation mit der Buchhandlung Viola Taube veranstaltet. Eintritt inkl. Currywurst: 10,00 €, ermäßigt: 7,00 €
Kategorien: Lesen
Mit Tag(s) versehen: Currywurst, Lesung, Volker Kutscher
17 September, 2009 · Kommentare sind deaktiviert
Treiben mir die Tränen der Verzweifelung in die lesenden Augen. Ehrlich. Bin ja selbst kein Profi – aber manchmal habe ich den Eindruck deutsche Autoren (oder sind es eher die ungeübten und oder schlechten unter ihnen?) fühlen den Drang etwas zu erklären, was eigentlich durch geschickte Aneinanderreihung von schönen Wörtern erklärt wird. In einem voran gegangenem Satz. Warum fühlt sich manch Autor noch berufen, zu erklären, was er gerade eben noch geschrieben hat? Weil er vermutlich seinen eigenen sprachlichen Fähigkeiten nicht traut oder glaubt sämtliche Leser seien im Wachkoma. Einfach mal streichen oder Satz umstellen. Geschicktere Wortwahl kommt auch ganz gut.
Erklärbär-Rückblenden, die dann auch noch mit den Worten … er/sie/es/wir/ihr/sie dachte zurück an blablub eingeläutet werden, lassen mich hemmungslos schluchzen. Womit ich nicht behaupten möchte, dass ich so was doofes nie geschrieben habe. Ich lerne aber im Affentempo dazu und auch gerne. Ich habe meine Rückblende sehr schön gelöst – even if I say so myself – *selbstgefällig in die Runde guck und stolz bin, weil ich von ganz alleine drauf gekommen bin.
Zu Rückblenden sollen ja manche Autoren ein gespaltenes Verhältnis haben, allgemein verteufeln ist meiner Meinung nach unhaltbar. So. Hätten wir geklärt. Die Tage habe ich ein Buch einer britischen Autorin gelesen und die Rückblende war voller Sätze wie: she had had this and that blablub und so viel had, dass mir die drei Buchstaben schon vor den Augen schwammen. Für mich war das eine grausam geschriebene Rückblende und der Lektor, der sie hat durchgehen lassen gehört gefeuert.
Dann habe ich 30 oder 40 enttäuschende Seiten von Dean Koontz gelesen. Die minituöse Beschreibung, wie der junge Protagonist irgendwo hochklettert und wir reden hier nicht über eine Mount Everest Besteigung … schnell mal zwei Seiten vorgeblättert – oh nein, er klettert immer noch, ich habe absolut nichts verpasst … schnell weiter blättern … hat mich beinahe zum Buchmörder werden lassen. Ständige Wiederholbär-Sätze – in diesem Fall, dass der Ghost-Dog nur von ihm gesehen und angefasst werden kann und wenig später leicht umgestellt festgestellt wird: nobody else can see the dog hat mir jetzt einen dauerhaften Gehirnschaden eingebracht. Was der Autor allerdings sehr gut kann, sind wunderbare Vergleiche bringen und als ich so völlig enttäuscht ans Ende des Buches blätterte fand ich noch seitenlange Dialoge. Das ist auch eine bewundernswerte Kunst wie ich finde. Reichte aber leider nicht, um das gesamte Buch zu lesen, obwohl ich einfach nur etwas übersinnlich oder horrorartiges lesen wollte, statt immer olle Krimis, in denen auch noch ein Serienmörder sein Unwesen treibt *gähn.
So, jetzt sattel ich mein hohes Roß wieder ab und gräme mich geringfügig unveröffentlicht durchs Leben zu schleichen. Immerhin mit niegelnagelneuen saubequemen flipflops und der Aussicht auf Urlaub.
Kategorien: Lesen · Schreiben
Mit Tag(s) versehen: kreatives Schreiben, Rückblenden
Matjes – mild bis makaber – geht auf Weltreise und trifft Prominenz. Zu mir wird er nicht kommen – ich nix prominent.
Interessante Marketing-Idee, gefällt mir und das ein Fisch bloggt ist ja mal was ganz anderes. Was mich jetzt zu dem Trend Buchtrailer bringt. Klasse Idee, wird auch häufig von Verlagen umgesetzt für ihre Autoren. Heikel wirds nur, wenn sich plötzlich jeder Amateur dran versucht. Das kann schon mal schief gehen. Kann passieren, niemand ist perfekt. Nachdenklich stimmt mich dann nur, wenn jemand kritikresistent ist. Soll nicht meine Sorge sein. Sollte ich jemals einen Trailer machen – sofern die vor fünf (5!) Monaten angeschriebene Agentur aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen sollte – muss Dale herhalten. Als in Kürze graduierender Filmstudent sollte er das doch mit links machen können. Oder Annette, die hat schließlich beim Film gearbeitet und dringend vor laienhafte Videos gewarnt.
Um noch einmal kurz auf das Buch auf Reisen zurück zu kommen. Ganz so doof kann ich nicht sein, wenn ich die Idee vor zwei Jahren schon hatte, aber mit einer Person drüber gesprochen habe, die von Marketing so viel Ahnung hat, wie ich vom Raketenbau und ohnehin völlig unkreativ ist – und die Idee verworfen hatte. Mmmh – doch doof bin – wenn ich auf so eine Person höre. Macht aber nix.
Ich habe mir jetzt etwas Neues ausgedacht. Ich lasse mir einfach den Titel meines Buches auf die Stirn tätowieren und gehe selbst auf Weltreise.
Munter bleiben!
Kategorien: Lesen
Mit Tag(s) versehen: Buch auf Reise, Buchtrailer, Matjes
für Nick Hornbys neues Buch – Juliet, naked – kommt im September raus. Freu mich aufs lesen. Pearl Jam spielt am 20. November in Melbourne, wir werden uns Karten kaufen, Jaime kommt auch mit. Noch eine Freude, so kurz vor Weihnachten. Manchmal macht es wirklich Spaß Geld auszugeben. Zur Kosmetikerin und zur Massage komme ich leider viel zu selten. Könnte ich – wenn es nicht so teuer wäre – monatlich hingehen. Geht aber nicht. Dafür genießt man es um so mehr, wenn man doch mal wieder massiert und gepflegt wird. Zum Friseur könnte ich einmal pro Woche gehen. Nur zum washen und stylen. Scheitert leider auch an den Preisen.
Was gönnt ihr euch ab und zu, ohne euch über den Preis allzusehr zu grämen? Irgendwelche Hobbys? Heimliche Laster? Regelmäßige Freuden, die wenig, kaum oder gar kein Geld kosten? Meine Freude bis vor zwei oder drei Jahren, die absolut nichts kostete, war meinen Hund blitzschnell über die Wiesen rennen zu sehen. Heute schafft sie es kaum noch vom Haus zum Park und wieder zurück. Wie schnell so ein Tier alt wird stimmt mich traurig. Die Tage hatte sie es nicht geschafft ins Auto zu springen. Deprimierend.
Marco hatte mir vorgestern eine kleine Flasche deutsches Bier mitgebracht. Fand ich nett, dass er mir trotz Wucherpreises eine Freude machen wollte. Mein Mann richtet mir den gebrauchten Schreibtisch her. Hätte ich auch selbst machen können, hatte ich aber überhaupt keine Lust zu. Irgendwie bin ich durch mit abschleifen und streichen und so. Und Jaime sagte mir, ich sei die beste Mutter auf der ganzen Welt. Gut, hat er nur gesagt, weil ich ihm etwas erlaubt habe, um was er gebeten hatte, aber das muss ja niemand erfahren.
Kategorien: Familienkram · Kaufen · Lesen
tja, was tut man nicht alles, um die Chance zu haben Jutta Profijts neues Buch Im Kühlfach nebenan zu gewinnen? Mönsch, ich will doch auch mal was umsonst bekommen … gewinnen … yo wär doch schön. Würd mich freuen. Mein Foto ist zwar nicht so originell, aber die Bettwäsche ist schön. Jawohl.
Teilnahmebedingungen auf Juttas Webseite.
Kategorien: Leben woanders · Lesen
Mit Tag(s) versehen: Kühlfach 4, Krimi, Wettbewerb

Gemeinschaftsprojekt
Die ko(s)mische Abnehmfibel – Wie Sie in drei Tagen keine 15 Kilo abnehmen; Mai 2009 – ISBN 9783837093650; € 9,95
© 2009 Garesa Normeyer
Mehr Infos und Gewinnspiel dazu hier. Oder besucht FrauD.
Ach wären doch die Speckrollen am eigenen Körper so entzückend wie Merlis Zeichnungen. Man könnte sich glatt mit ihnen anfreunden, sie richtig liebhaben.
Kategorien: Kaufen · Lesen · Schreiben
wenn sie kommt? Meatpies … Sausagerolls … Quiche und zum Dessert Pavlova? Oder doch lieber gegrilltes Kängurufilet dazu Cesar Salad? Fangfrischen Fisch? Dicke fette Prawns in Knoblauchdressing? Ja, was essen denn die Östereicher? Ach ist ja auch egal – fremde Länder, fremde Sitten sag ich nur. Vielleicht tut’s ja auch ein Picknick am Strand.
St. Kilda – oben das Bild in meinem Blog – ja das ist ein schöner Ort, um Anni zu empfangen. Sich mit ihr zurückzuziehen, hin und wieder den Blick schweifen zu lassen – dahin wo irgendwo der Indische Ozean auf den Pazifik trifft, um mich dann doch in Annis Welt wiederzufinden und zu genießen.
Annis Story geht auf Reisen. Sie wird den Weg über Östereich, Deutschland, Portugal zu mir finden.
Schwarztee und ich freuen uns aufeinander. Auch wenn ich am Strand – im Sommer – nur Wasser trinke.
Kategorien: Lesen
11 Mai, 2009 · Kommentare sind deaktiviert
von Gisa Klönne hat den Friedrich-Glauser-Preis – dotiert mit 5000 Euro gewonnen. Gisa Klönne ist Mitglied bei den Mörderischen Schwestern EU – so wie ich namensloses Ding höhö. Das Buch liegt übrigens mittlerweile auf meinem Nachttisch – denn Annette aus Cairns war so gut und hat es mir geschickt. Sie sagt wegen des feucht-tropischen Klimas halten Bücher sich dort eh nich so gut und man sollte ja ab und zu mal einen random act of kindness (etwas Gutes tun, ohne Gegenleistung) begehen. Ich habe auch immer wieder mal drin gelesen, der Schreibstil gefällt mir tatsächlich gut, ich kann mich nur nicht so recht mit dem Thema des Buches anfreunden und deshalb dauert es bei mir so unnatürlich lange, es zu lesen.
Durch irgendeinen Zufall bin ich auch auf Jutta Profijts (auch ne Mörderische Schwester) Buch Kühlfach 4 aufmerksam geworden, hab mir das Video des Interviews und der Lesung in der Pathologie auf der dtv Webseite angesehen und mir das Buch bestellt. Ich glaube fest daran, dass es mir gefallen wird – schräger Humor ist meine Leidenschaft. So warte ich sehnsüchtig auf die Lieferung (zu Schweinepriester-Porto-Kosten nach Australien), denn – wenn schon, denn schon, hab ich mir gleich noch zwei DVD Titel bestellt. Juhu! Deutsch lesen, deutsch sehen, deutsch hören.
Kategorien: Lesen