”I don’t believe my body is immortal but I believe my soul is. I believe that by drinking blood, I imprint my consciousness, so that in the next life I will remember who I am now.” Kompletter Text in Englisch hier.
Dann mal Prost.
Im Artikel steht auch, dass unser damaliger guide der Geistertour durch Melbourne und Besitzer des Haunted Bookshops, ein Vampir ist. Wir haben ja seinerzeit keine Geister gesehen, was natürlich auch an dem romantischen Megaphone, das Drew benutzen musste, damit auch der achtzigste Tourteilnehmer ganz hinten noch seine Erläuterungen hat hören können, gelegen haben konnte. Die Tour war damals eine der Größten, was ich ein wenig betrüblich fand, weil lauf mal in so einer Truppe nachts durch Melbourne. Wie soll man denn da noch Geister aufspüren? In so einer großen Gruppe schwätzt doch immer jemand.
Anyway, wenn diese Leute sich für Vampire halten, bin ich ein Buch. Ich habe immer schon Buchstaben, Wörter, ja ganze Sätze genossen und schon in der ersten Klasse gewusst, dass ich ein Buch bin. Aber gib das mal öffentlich zu – die halten einen doch für bekloppt.
Kennt ihr noch, nee, die langhaarigen und manchmal oder meistens ( ?) bärtigen Ökofuzzis aus den 80ern. Die meiste Zeit sahen sie ungepflegt aus, manchmal traten sie auch als ungepflegte Lehrer auf – bäh. Mit Jutetäschchen – Jute statt Plastik eben. Manche Sachen vergisst man ja wirklich nie. Dass sie mich noch bis nach Oz verfolgen müssen, finde ich nicht so schön, obwohl ich aus purer Nostalgie beinahe diese Jute Einkaufstasche gekauft hätte. Wäre sogar über einen Dollar billiger gewesen, als der fette Donut, den Jaime gekauft hat. Aber ach nein, manche Dinge sollten lieber nicht wieder hergestellt werden – so schön sieht Jute nun auch wieder nicht aus. Dass Oz erst jetzt den Umweltschutz entdeckt hat, ist ja nicht meine Schuld.
PS Matthias hat übrigens Recht (in den Kommentaren), dass unsere greenbags doch ein wenig praktischer sind, als diese Beutelchen, die es in Dland gibt. Zumindest sind diese hier größer und es kullern auch nicht alles Lebensmittel durcheinander
Handwerkerleben, das mein Mann hin und wieder führt. Gestern musste er zum Victorian Institute of Forensic Medicine – hach ich wäre ja gerne auch mal gucken gegangen. Letzte Woche waren sie beim Gründer des Multimilliondollar Mobile Phone Business - Crazy John’s - dessen Fahrstuhl Probleme machte. Ja. Fahrstuhl im dreistöckigen Einfamilienhaus, wobei der einzige Zugang zum Dachterrassenpool der Lift ist. Macht jetzt nix, dass der Poolbereich wesentlich größer ist, als unser Haus. Denn mein Mann lebt noch, Crazy John ist im letzten Jahr (oder war es schon davor?) mit Anfang Vierzig tot auf der Straße zusammen gebrochen. Massiver Herzinfarkt.
Neulich mal wieder in die Nationalbibliothek – in deren Kellergewölben es spukt. Wenn ihr mal in Melbourne seit, unbedingt die Bibliothek ansehen, sie ist wunderschön.
Eine andere reiche Nudel lebt in einem Mehrfamilienhaus, besitzt und bewohnt die gesamte obere Etage oder sowieso das gesamte Haus. Nun wollte die Nudel nicht mehr mit fremden Menschen im Fahrstuhl stehen müssen und hat sämtlichen technischen Schnickschnack ausgenutzt der geht. Wenn er also jetzt auf seiner Etage steht und den Fahrstuhlknopf drückt oder seinen key fob benutzt, dann hält der Fahrstuhl nicht mehr auf einer anderen Etage an, falls jemand im anderen Stockwerk ebenfalls auf den Knopf gedrückt hat. Und umgekehrt. Wenn schon jemand drin ist, kommt der Fahrstuhl erst zu ihm, wenn er wieder leer ist. Hähä. Nun bin ich auch für Schnickschnack zu haben, frage mich jedoch, kriegt man Phobien, wenn man nicht mehr weiß wohin mit seiner Kohle?
Manchmal müssen sie auch in Altenheime, was ihn deprimiert. Kann ich verstehen. Mich hat es auch immer gegruselt in Altenheimen. In einem bestimmten Heim scheint ein Italiener zu leben, der jedes Mal, wenn John mit seinem Kollegen Enzo dort auftaucht sehr laut und mit nettem italienischen Akzent: Marrrco, ruft. Was wiederum Enzo total nervt, weil der nun mal nicht Marrrco heißt. Ich kenne Enzo nur aus Erzählungen, finde den Mann aber schlicht unsympathisch. Zum einen finde ich, kann man durchaus darüber hinwegsehen, dass man mal bei einem fremden Namen genannt wird – wir reden hier von sehr alten Menschen! – und zum anderen höre ich die Tage, das besagter Enzo sich darüber aufregt, dass manche Einwanderer gar nicht bis schlecht Englisch sprechen.
Das ist an sich nicht weiter tragisch, ich kann mich auch schon mal darüber aufhalten, weil ich eben in keiner Parallelwelt im Ausland leben möchte und Sprache ist der Schlüssel zum Verständnis, zur Integration, manchmal sogar zu Leben und Tod. Der Witz ist, dass Enzos Mutter aus Italien eingewandert ist, bereits über 30 Jahre hier lebt und kaum Englisch spricht.
Ehem, sage ich zu John, ich hätte mich ja nicht zurückhalten können, den blöden Enzo in seiner Tirade zu unterbrechen und ihn auf seine eigene Mutter anzusprechen. Sagt John, das lohnt sich bei dem nicht. Mag sein, kann ich schwer beurteilen. Seltsam nur, wie wenig manche Menschen über ihre Spaghettitellerränder blicken.
am Eröffnungstag des Melbourne Writer’s Festival. Leider durfte ich drinnen keine Fotos machen, dafür ist die Stunde mit McDermid live im Radio übertragen worden und was besonders schön ist – mein Applaus ist jetzt auch verewigt – ach nee, ich wollte sagen: hier ist der podcast dazu. Dürfte ca. 40 Minuten lang sein, die letzten 15 Minuten – Fragen aus dem Publikum an die Autorin – sind nicht mehr live übertragen worden. Was ich eigentlich etwas schade finde.
Die Autorin sieht ganz genau so aus, wie auf Autorenfotos – soll heißen, ungeschminkt, kurze Haare, Kleidung völlig unspektakulär langweilig und … ehem… , sie ist doch ganz schön moppelig. Eher dick. Kam sehr sympathisch und ehrlich rüber, die Frau. Ich habe mich gefreut an diesem Event teilgenommen zu haben, fand es spannend zu hören, was sie zu sagen hatte. Ich würde sagen, es waren mehr Frauen, als Männer im Publikum, von jung bis alt, alle Altersgruppen vertreten. So sieht der BMW Edge Raum aus, in dem die Veranstaltung stattfand.
Anschließend konnte man McDermids oder andere Bücher im Shop käuflich erwerben und ihr Buch signieren lassen.
Wir haben dann noch Sushi gemampft und im The Quarter einen Kaffee getrunken. Ein winziges Lane Way Cafe-Restaurant, dunkelish, auf alt getrimmt und ca. so groß wie mein Wohnzimmer. Allerdings mit jede Menge Sitzplätzen draußen, die auch recht gut besetzt waren, trotz des Wintertages. In der gesamten Lane sind Cafes und dementsprechend ist dort immer was los. Im Sommer ist es schwierig draußen einen Sitzplatz zu bekommen – aber dann bin ich eh nicht häufig in der Stadt, weil es mir einfach unerträglich heiß ist.
Jedenfalls hatten wir einen Fensterplatz an einem Minitisch und jetzt wissen wir, wie blöd es aussieht, wenn Menschen vorbeilaufen und ins Cafe glotzen. Ich weiß ja, dass man das irgendwie automatisch macht – und das ist auch eher nicht das, was lustig aussieht. Es war die Gruppe von ca. 4-5 Leuten, die vor der Scheibe stehen blieb und reingaffte. Offensichtlich, um zu entscheiden – setzen oder nicht – und nachdem alle ausreichend den Kopf schief gelegt und geguckt hatten, ist die Gruppe dann weiter gelaufen.
Das Festival ist im Federation Square Komplex, der mehrere Eingänge hat. Direkt gegenüber des Eingangs, den wir benutzen mussten, ist die Hosiery Lane – die Graffiti Lane – schlechthin. Etwas weiter ums Eck ist die ACDC Lane – benannt nach AC/DC und was entdecke ich dort? Ein Poster der Band von Sam – dem Schlagzeuglehrer von Jaime – das einen Gig irgendwo ankündigt.
Und damit man einen Eindruck von den eingequetschten historischen Gebäuden bekommt, zeige ich euch eine Aussicht vom Parkplatz aus. Eigentlich 2x, was gar keine Absicht ist, aber diese Fotogalerie mit Beschriftung einzubauen ist a real pain in the arse und deshalb lösche ich das Bild nicht. So. Ja. Steht man direkt vor den Gebäuden, sind sie wirklich schön, hat man einen Blick aus der Ferne, wirkt alles irgendwie … mmh … trostlos. So schade.
Im Secondhand Bookshop habe ich zwei Büchlein gekauft
ACDC Lane
ACDC Lane, too
“Graffiti Lane”
“Graffiti” Lane, too
Sam & Band ACDC Lane
Parkplatzaussicht
The Forum Turm
auch nicht schöner
Ecke Flinders/Russel St
D & G in Melbourne
Wer Lust, Zeit und Interesse hat, kann sich noch Videos über Melbournes Straßenbild ansehen, die ich zufällig bei youtube entdeckt habe. Im ersten Teil ist ab ca. 5 Minuten der Federation Square Komplex von der Vorderseite – die selbstverständlich viel schöner ist – zu sehen. Und dennoch wird keine Aufnahme der Stadt gerecht. Man muss schon mal selbst vorbeischauen. Bis demnächst dann in der City
vor allem, wenn man alles richtig und es jedem recht machen will und fleißig Karma-Brownies sammelt, die sich nach dem Ableben vielleicht in was ganz Tolles eintauschen lassen oder auch nicht. Muss es aber nicht.
The Age schreibt über eine Facebook Gruppe, die sich für Ende des Monats bei Ikea in Richmond (Melbourne) verabredet hat, um dort Hide & Seek zu spielen. Man darf gespannt sein, wie viele Kunden sich erschrecken.
Ferner wurde noch einmal erwähnt, dass eine Gruppe Schauspieler seinerzeit im Ikea Shop in California Ikea Hights gedreht hat. Heimlich, während der normalen Öffnungszeiten hehe.
Vom 27. August bis zum 5. September findet wieder das jährliche Writer’s Festival in Melbourne statt. Ich habe Karten für Val McDermid und Peter Temple. Freue mich drauf.
John und seine Kollegen sehen – obwohl weder Polizist, noch Rettungssanitäter, Drogendealer, Abhängiger, für Sex käuflich erwerblich, Zuhälter, Sozialarbeiter oder Richter, Elend in the good old city of Melbourne. In den Gebäuden, in denen das Grauen und das Elend haust – kombiniert mit Perspektivlosigkeit, Armut, Emigrantendasein, geringer Bildung, Ignoranz und Ausbeutung.
Das geht so weit, dass alle Mitarbeiter jetzt free of charge Hepatitis A und B Impfungen bekommen. Vorausgegangen war etwas, was ich hier nicht wiederholen möchte.
Heute schlenderte John direkt in eine crime scene. John lüftete das Polizeiabsperrband, duckte sich drunter her, bekam von zwei Polizisten, die das Ganze bewachten ein: Hey Mate, that’s a crime scene um die Ohren gesegelt und säuerliche Blicke gratis dazu. Er hätte eben drumherum laufen müssen.
Das war ihm peinlich. Nicht nur, weil auch er schon mal Krimis guckt. Absperrband – crime scene – wissen wir als Zuschauer. Kein Problem. Wir bleiben draußen. Aber wenn man stets und ständig unter Druck steht, so schnell als möglich bei Objekt ABC aufzuschlagen, dann sieht man eben keine blau-weißen Absperrbänder mehr – nur noch Blut von einem angeschossenen Menschen im Fahrstuhl. Auch nicht schön.