Ein Mörder wird ermordet

und zwar in einem Hochsicherheitsgefängnis in Victoria. Mit einem Metallteil eines Fitnessfahrrades erschlagen. Man wird jetzt mit dieser Nachricht von vorne, von rechts, links und hinten bombardiert. Im Grunde nur deshalb, weil der Mörder zur stadtbekannten Unterwelt Melbournes gehörte und weil man die berechtigte Frage stellt: Wo waren die Gefängniswärter?

Ein Viertel Entrüstung in den Medien. Man ist noch nicht einmal im Gefängnis sicher. Mir ist grad nach fies sein. Wieso sollte man im Knast vor Mördern sicher sein, wenn man sich unter Mördern befindet?

Ein Fernsehjournalist demonstrierte dann auch noch, wie schnell sich so ein Fitnessfahrrad in eine Mordwaffe umwandeln lässt. Einfach Sattel abschrauben – schwupp hat man ne tolle Metallstange. Jetzt wissen wir das.

Kids don’t try that at home.

Dann gab es noch eine richtig beknackte Schlagzeile ein paar Stunden später. “Roberta geht zum Friseur”. Roberta ist die Ex-Frau von dem Drogenhändler-Mörder-Knasti. Warum soll Roberta denn nicht zum Friseur gehen? Vermutlich hat sie den Termin schon gehabt, bevor ihr Ex erschlagen worden ist. Ich finde Robertas Foto – trotz frisch frisiertem Kopf – sehr unvorteilhaft. Sieht aus, als hätte sie einen kleinen Schnäuzer. Na, die wird sich vielleicht ärgern.

Zu spät

Beinahe drei Jahre sind die water restrictions in place hier in Melbourne. Gnädigerweise denkt man jetzt darüber nach, sie geringfügig zu lockern. Im Gespräch ist, dass man seinen Garten jetzt bis zu acht Stunden pro Woche, statt zwei Stunden, wässern darf. Übrigens zu Zeiten, wenn selbst die native animals noch oder schon schnarchen. Eimerchenweise. Ich sach ma so: Unser Garten ist zu groß, als dass ich eimerweise Wasser schleppen könnte – schon mal gar nicht mit einem operierten Arm – und in Afrika lebe ich schließlich nicht, wo Frauen und Kinder nix anderes kennen, als den ganzen Tag lang Wasserbehälter auf dem Kopf zu balancieren und zig Kilometer täglich zurücklegen.

Bin ich eigentlich die Einzige, die sich fragt, was afrikanische Männer machen,  außer im Staub herumzusitzen und zu palavern?  Sowieso habe ich gar nicht so viele Kinder, wie ich Wassereimer benötigen würde, um einige Büsche zu reanimieren.

Frisur ruinierendes Wetter

seit 2 Tagen. Wir haben bislang vom Sturm nur heftigen Regen und starke Winde erlebt, dafür hat Melbourne City mal wieder die volle Ladung abbekommen. Schöne Fotoserie hier.

Kalt ist es übrigens noch nicht. Der Herbst ist angebrochen und ein wenig fühle ich mich um eine Menge warme Tage betrogen, da ich den Frühling und den ersten Sommermonat in Dland verbracht habe. Jetzt sich die Blätter an den europäischen Laubbäumen schon leicht verfärben zu sehen stimmt mich etwas wehmütig. Auch ist es der letzte Tag meiner Gärtnerin bei uns. Wer fegt in Zukunft das Moos aus den Steinritzen und wirbelt die Ameisen durcheinander? Wer untersucht meine Blumen auf Ungeziefer und zerquetscht es gnadenlos? Gute Arbeiter sind schwer zu bekommen …

Freiluft glotzen

in den Docklands. Dass in Arztpraxen, bei Banken – demnächst bestimmt auch bei der Post – überall Flachbildschirme rumhängen und einen beim Warten mit dem Mist vollmüllen, den man am eigenen Bildschirm zu Hause gar nicht erst einschaltet, ist ja nix Neues.

Aber noch draußen? Gestern in den Docklands in Melbourne entdeckt und geweint.

… kann mich gar nicht entscheiden … alles so schön bunt hier …