Was gesagt werden muss

Um es gleich vorweg zu nehmen, Schreibmusik habe ich nicht, da brauche ich Ruhe. Sonst fange ich an zu träumen und dann bin ich ganz schnell nicht mehr am Computer, sondern als Groupie weltweit unterwegs. I’m a sucker for male voices. Wenn ich mir ein Talent aussuchen könnte, würde ich gerne singen können. Und malen. Ooops sind ja gleich zwei Talente. Gut, kann mich halt nicht entscheiden, finde beides wunderbar. Würde ich aber nicht als Künstler verfolgen wollen, sondern nur so als Hobby. Ist ja auch irgendwie stark, was man mit seinem Körper machen kann. Tolle Erfindung unser Körper.

Anyway … gestern habe ich festgestellt, dass sich Kürbis sehr gut zu Michael Jackson – Black Or White – pürieren lässt. Heute stelle ich fest, dass sich mein Kochceranfeld wunderbar zu Elvis vs. JXL – A little less conversation – reinigen lässt. Wenn man dabei noch Hüften und Beine schwingt, gibt’s einen Gratis-work-out plus blitzblanke Küchenfliesen. Aber auch nur, wenn man alleine Zuhause ist. Spülmaschine ausräumen und Küchentheke abwischen geht gut mit  Inbetween Days von The Cure, wenn man gerne schnell arbeitet.  Aufgepasst! Wonderful Tonight von Eric Clapton und Just Breathe von Pearl Jam eignet sich bestenfalls zum bügeln oder für einen lazy afternoon fuck.

Wer dann noch nicht erschöpft ist darf mit Lost and Running von Powderfinger Staub wischen oder Gemüse putzen und/oder hört sich noch mal Elvis vs. JXL an, tanzt die Stufen zum Flur mehrere Male hoch und runter, um sich dann beschwingt im Bürostuhl nieder zu lassen und einen Blogbeitrag zu schreiben. Nur um kurze Zeit später von einem Elektriker vom E-Werk unterbrochen zu werden, der den Strom abstellt.

Hausarbeit kann so befriedigend sein.

Munter bleiben!

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Mein super-heimlich heimlicher Traum

Kann ich euch heute verraten, wir sind ja hier unter uns. Außerdem denke ich CIA, MI6 ASIO (Australian Security Intelligence Organisation) und ach herrje … wie heißt die deutsche Truppe noch? … sind bestimmt anderweitig beschäftigt und haben null Interesse bei Frau Oz im Blog zu schnüffeln. Zumal mein super-heimlich heimlicher Traum nix Illegales ist. Obwohl ich ja manchmal davon träume das Finanzamt zu bescheißen – nur das geht als Normalbürger nicht so wie bei den Reichen und Superreichen. Die bescheißen eigentlich auch kaum, die haben zig Steuerschlupflöcher in die sie ihre Millionen ganz legal verschwinden lassen können und bekommen eine Steuerrechnung von einem (1) australischen Dollar. Und wenn sie doch einmal mehr Milliönchen benötigen ändern sie einfach die Black Jack Regeln im Crown Casino in Melbourne.

Zurück zum Traum. Ach Moment, ich muss doch noch mal ausholen. Ich träume ja auch vom mutiger werden, seinen Schweinehund zu überwinden, seine comfort zone zu verlassen. Das wird etwas mit meinem Alter zu tun haben plus meinem in gewisser Weise behütetem Aufwachsen. Man ist ja vor allen Gefahren gewarnt worden. Stark im Gedächtnis geblieben ist mir die Warnung vor Feuerwerkskörpern – hab ich natürlich gleich an Marco weitergegeben. Der ist jetzt auch super-gewarnt-geschädigt. An Jaime war es nicht nötig, in Victoria sind Feuerwerke verboten.

Dann diese Warnung vor Tabletten. Hauptsächlich Schmerztabletten. Weswegen ich als Heranwachsende so gut wie nie Schmerzmittel bekommen habe – da musste ich schon halb tot sein. Um so erstaunter war ich, dass man hier in jedem Supermarkt rezeptfreie (also die, die in Apotheken auch rezeptfrei sind) Schmerzmittel bekommt. Jedenfalls hat die Warnung vor Medikamenten bewirkt, dass ich mir in meinem Leben nicht ein einziges Mal Pillen eingeworfen habe, die nicht mit einer Packungsbeilage daher kamen, die ich akribisch mehrere Male durchgelesen habe – oder versteht ihr das alles beim ersten Durchgang? Und dann habe ich halb paranoid auf Nebenwirkung gelauert, die nie kamen.

Vorm Schulden machen bin ich auch gewarnt worden. Das war gut so. Habe ich auch gleich an meine Kinder weiter gegeben. Kinder sage ich oft: Besser das Geld in eurer Tasche, als auf dem Konto der Firma XY – man muss nicht alles besitzen und vor allem nicht SOFORT. Oder davor den Finger in die Steckdose zu stecken. Eigentlich passt da ja gar kein Finger rein oder? Da war die Warnung sich nicht die Haare zu föhnen, wenn die Schwester in der Badewanne hockte eher angebracht. Besonders, wenn man die Neigung hat plötzlich den Föhn fallen zu lassen – in einem seltsamen Bogen natürlich, damit es mehr Spaß macht und er garantiert ins Wasser fällt.

Bei Rot über die Straße zu gehen. Mache ich auch heute noch äußerst selten, selbst wenn der Pulk rüberschlendert. Steh ich da noch doof am Straßenrand und warte brav auf Grün. Rot, rot, rot … da war doch was. Mein Mann ist bei Rot über die Ampel gefahren. Das wird teuer!

So. Jetzt aber wirklich zurück zum Traum.

Dirt Bike fahren.

Also nur so ein bisschen in Wald und auf Wiese. Ich kenne zwei Männer, die mir das a) beibringen könnten und b) so ländlich wohnen, dass Wald und Wiese fahren machbar wäre – eine bzw. 1.5 Std. von uns entfernt. Der eine hat fünf Kinder und ne Frau, der andere ist mein Neffe (Foto) und hat bestimmt keinen Bock sich mit einer alten angeheirateten Tante abzugeben, auch wenn er hin und wieder ein paar Tage bei uns übernachtet, wenn er Berufsschule in Melbourne hat. Das mit dem Kickstarter kriege ich bestimmt auch nicht hin. Ich versage ja schon kläglich bei Rasenmähern und Motorsägen!

Hmmm …

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Sonnenscheiniges

Bei all den miesen Dingen, die passiert sind in meiner kleinen Welt, sticht Marco als Sonnenschein hervor. Glatter kann man ein Kind nicht durchs Leben bringen und deshalb darf ich auch die Sonnenschein-Überschrift wählen, auch wenn’s kitschig ist.

Ich bin auf dem besten Weg wirklich zu akzeptieren und zu verinnerlichen, dass der Junge mit seinen beinahe 24 Lebensjahren voll im Leben steht. Nächste Woche tritt er einen neuen Job an und wird in den nächsten Tagen mit seiner Freundin Hausbesitzer. Dass das Häuschen bis in die dritte Generation abbezahlt werden muss, bei den Preisen hier, ist ja mal egal, nicht. Wer knapp 1300 $ im Monat Kaltmiete für ein 3-Zimmer-Haus bezahlt hat, hat einfach keinen Bock mehr Vermieter zu Wohlstand zu helfen. Für den Kaufpreis hätten sie in unserer Nähe ein großes Haus bekommen, aber dann hätte er keine 90 Minuten Lebenszeit für die Hin- und Rückfahrt zur Arbeit zurück gewonnen.

Homeownership – also ein Haus zu besitzen – wird hier sehr groß geschrieben. Was der amerikanische Traum in den Staaten (welcher ist das eigentlich?) ist, ist hier das Häuslebesitzer werden. Beinahe so, als käme so ein Haus mit eingebautem Glück und Reichtum im Rentenalter. Als Mieter darf man hier ja weder Wände streichen, noch einfach so mal so dreist sein und ein Bild aufhängen zu wollen, wenn nicht schon Löcher vom Vormieter vorhanden sind (die akribisch gezählt und aufgelistet werden). Alle drei Monate kommt jemand von der Agentur oder wenn ein Vermieter seine Immobilien selbst verwaltet, er/sie  höchstpersönlich, um zu inspizieren, ob ihr Eigentum auch vernünftig behandelt wird. Wer hat darauf schon Lust?

Zu seinem Geburtstag lade ich zum Dinner, jedoch nur zu Wasser und Brot, wegen der Zahnarztrechnung. Da rechne ich ja schon seit Tagen links, rechts, quer und von hinten, ob es besser ist die knappen 7000 $ – dann minus 5 % Rabatt – in einem Rutsch zu bezahlen oder das Angebot auf zinslose Ratenzahlung anzunehmen. Einerseits möchten wir die Summe von der Backe haben, weswegen ich die kleine Schatzkiste in der Nähe des Pfirsichbaums schon halb ausgegraben habe, andererseits hält mich plötzlich irgendwas zurück … mmmh halt! – das muss das Gefühl sein, sich nicht von Geld  trennen zu wollen, es sein denn für etwas enorm Spaßiges. Außerdem denke ich mir mittlerweile, warum soll ich eine Leistung, die sich auf 18-24 Monate erstreckt eigentlich komplett vorab bezahlen? Und was ist, wenn wir mit der Ärztin nicht zufrieden sind? Oder umziehen? Oder die Praxis wegen dem Verkehrsbaustellenchaos bis Ende 2013 nur noch unter Lebensgefahr erreichen können und beim überqueren der Straße als Fußgänger in den Asphalt gewalzt werden?

Feste Zahnspangen fallen jedenfalls nicht unter Spaßfaktor. Was für ein Glück für euch, meinte Marco, dass ich keine benötigt habe. Sicher, aber selbst wenn, das Geld wäre schon längst verschmerzt. War er als 10-Jähriger ganz scharf darauf eine Zahnspange – die er einfach nicht benötigt hat – und eine Brille zu tragen, hat sein Bruder erreicht, was ihm nie vergönnt war. Jaime ist neuerdings leicht kurzsichtig und da er als Kleinkind ein Daumenlutscher war und später noch den Unfall hatte – muss sein Gebiss behandelt werden. Im Moment übertrommelt er den Lärm des Rasenmähers vom Nachbarn.

Gut so. Wer ein Rockstar werden will muss üben. Die passende Frisur hat er ja schon – auch wenn das Bild schon über ein Jahr alt ist. Da er seit Kurzem auch Gitarrenunterricht nimmt – Mary had a little lamb pingpingping pingpingping – im Kurs und Zuhause von Dääääd Smoke On The Water beigebracht bekommt – ist es nur noch eine Frage von wenigen Monaten, bis es mit der steilen Musikerkarriere los geht.

Angehender Rockstar der Band The Heartless

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Ratzfatz ist das Ebook weg

Verärgert musste ich gestern feststellen, dass bookdepository.co.uk – vermutlich eh nur interessant für Menschen wie mich, die im Ausland leben – das Verkaufen von ebooks eingestellt hat. Da bookdepository Mitte letzten Jahres von Amazon aufgekauft worden ist, liegt die Vermutung nahe, dass der hauseigene Kindle gepusht werden soll und sonst gar nix.

Auf meine gestrige Anfrage bei denen habe ich innerhalb weniger Stunden eine Antwort erhalten und zwar diese:

Thank you for your query about us no longer selling eBooks. We have taken the decision to not sell eBooks as we feel that the customer experience we were able to offer is not as good as it should be. This is partially driven by complexity in format and the number of differing devices which we found often caused frustration.

We think it’s best for now, that we focus on adding more new books to our, already 8 million strong, title selection, including new languages and deliver these to readers so they have a great experience.

We will also continue to make available over 11,000 free PDF ebooks on the site

Meine Erfahrung dort ebooks zu kaufen war zu 100 % befriedigend simpel, da ich mir das Format aussuchen konnte. Frustrierend dagegen finde ich das unverfrorene pushen eines Kindleformates, welches ich nur bei einer einzigen Quelle einkaufen kann, so ich denn wollte. Nein, will ich nicht. Ich habe nämlich nicht die geringste Lust etwas zu kaufen, was ich erst noch modifizieren muss, bevor ich es benutzen kann.

Aufgefallen ist mir ferner, dass Backlist ebooks mittlerweile geballt bei Amazon Kindle auftauchen, die noch vor kurzem bei bookdepository gar nicht erst gelistet worden sind, obwohl Verlage die neueren Werke ihrer Autoren durchaus als ebooks angeboten haben. Da ist aber fleißig hinter den Kulissen gewerkelt worden.

Wünschen wir Amazon die Weltbuchherrschaft und bookdepository hat mich als Kunden verloren, sobald ich meine drei vorbestellten, bereits bezahlten und noch nicht erschienenen Bücher geliefert bekommen habe.

Halbes und Ganzes

Kürzlich habe ich den Dorn im Auge vermessen – eine Nische im Wohnzimmer, in der ein recht kleines Bücherregal stand, das schon aus den Nähten zu platzen drohte. Da die Wand dahinter nur eine drittel Wand ist, war es immer schwierig ein passendes Regal zu bekommen. Ich habe immer nur gedacht: Um Himmels Willen hoffentlich schlägt mein Mann nicht vor eins zu bauen. Dazu muss man wissen, dass mein Mann zwar viele Reparaturen selbst ausführt – und auch kann – er ist aber weder Tischler, noch Schreiner und das – hier spreche ich aus bitterer (heimlicher) Erfahrung – merkt man auch.

So sind wir gestern nach Ikea gefahren, haben nach langem Suchen ein schönes Regal gefunden, welches man auch horizontal stellen kann – eben genau so, wie wir es für diese Nische brauchen – nur gab es das nicht in 180 cm Länge. Und welch ein Glück aber auch, stellte ich nach dem Aufbau fest, dass ich nicht richtig gemessen habe und jetzt nur wenige Zentimeter rechts und links frei sind. Es gehört ja nun zu den einfachsten Dingen im Leben irgendwo ne Länge zu messen … vielleicht habe ich während des Messens mit jemanden gequatscht oder war wie üblich mit meinen Gedanken nicht da, wo ich hätte sein sollen …

… genauso wie bei der Entscheidung diese entzückende Deckenlampe für über den Esstisch zu kaufen – passt vorzüglich zur Einrichtung, gibt aber kaum Licht ab und sowieso sind die Kabel nicht mittig überm Tisch angebracht. Das war mir ein Jahrzehnt lang ein Dorn im Auge, aber herrje, wann schaut man schon mal zur Decke? Die Antwort lautet: Immer, wenn man die alte Lampe betrachtet hat! Heute hat mein Mann sich erbarmt und hat den Kabelanschluss verlegt. Jetzt ist ein blöder Fleck dort, wo vorher die Kabel hingen, das muss vernünftig verspachtelt und geglättet werden. Irgendwann mal … wie gesagt: Wann guckt man schon mal zur Decke und überhaupt ist es jetzt trotz Lampe viel zu dunkel überm Tisch.

Heute klingelte ein Cold-Call-Klingler an der Haustür. Ich hatte nur ne Leuchtweste aus dem Wohnzimmerfenster heraus gesehen und dachte es sei Postman Pat - ich warte auf eine wichtige Lieferung aus Hongkong. Das schreibe ich jetzt nur, weil sich das total schick anhört. Wooaah … wichtige Lieferung aus HONGKONG! Ich hätte diese wichtige Lieferung auch hier kaufen können, aber hätte ich dann 4 Dollar gespart oder was?

Der Cold-Call-Klingler stellte sich als Gärtner und Baumbeschneider vor und fragte, ob wir Bedarf hätten. Mönsch, sagte ich zu ihm, wir haben grad vorgestern unseren Aprikosenbaum beschnitten, konnten aber nicht die Krone erreichen und überhaupt … an dieser Stelle starrte und zeigte ich auf den Aprikosenbaum, der direkt hinterm Tor links steht – und fragte, wieviel es denn kosten würde. 150 Dollar und ich nehm den Abfall mit. Soll man auch erwarten dürfen, finde ich, für so viel Geld. Mmmh, sagte ich, mmmh, näää das ist mir doch etwas zu teuer. Für dich 100, sprach der Cold-Call-Klingler. Okaaay, sagte ich und zeigte auf den Wildwuchsbaum im Vorgarten (endlich die Gelegenheit das Ding weg zu bekommen), kannste mir den auch wegsägen? Klar und den Ast der über der Auffahrt hängt, schneide ich dir auch weg. So einigten wir uns für die Arbeit auf 150 $, ich musste weg, mein Mann war Zuhause und als ich wiederkam, war alles erledigt.

Or was it?

Der Aprikosenbaum ist dermaßen begnabbelt, dass wir von Glück sagen können, wenn wir jemals wieder auch nur eine einzige Aprikose werden ernten können, die letzten ca. 20 plus Zentimeter Äste vom Wildwuchsbaum im Vorgarten werden uns immer daran erinnern, dass dort ein Baum war. What the fuck? Ich hab doch gesagt, er soll ganz nach unten schneiden und wieso hat mein Mann nix gesagt? Wäre ich Zuhause gewesen wäre ich dem davon fahrenden Trio aber hinterher gespurtet – scheißegal, ob ich dabei Abgase eingeatmet hätte. Jetzt müssen wir die noch selbst absägen – aber gut, die Überschrift lautet ja zu Recht Halbes und Ganzes. Immerhin mussten wir das Grünzeug nicht selbst entsorgen – die Anhängerladung (klein) zu 40 $ – thanks!

Gesehen hatte ich nur den Chef, erzählt hat mir mein Mann, dass er mit seinem kleinen Truck, den er in einer anderen Straße geparkt hatte (wir wissen: Cold-Call-Klingler ziehen von Haus zu Haus, von Straße zu Straße) und zwei Männern gekommen ist. Die beiden Männer waren nicht die sharpest tools in the shed, so viel war klar. Klopfte wenig später einer von ihnen an die Haustür und fragte, ob er etwas zu trinken bekommen könnte. Klar, meinte John und brachte drei Gläser und eine 2-Liter-Flasche Pepsi nach Draußen. Die Flasche war zu Zweidrittel voll.

Die haben sie hinterher frech mitgenommen, empörte sich John und ich hab gelacht.

Gar nicht gelacht habe ich heute Nachmittag nach dem Besuch beim Zahnorthopäden wegen Jaime. Ich befürchte auch, ich werde die nächsten Jahre nicht mehr lachen. John auch nicht. Im Gegenteil. Wir haben jetzt beide Mundwinkel. Urlaub können wir uns möglicherweise abschminken – ich winke dann der Zahnorthopädin hinterher, wenn sie in ihren Porsche steigt und dem Horizont entgegenfährt und wische mir verstohlen eine Verzweiflungsträne vom Pausbäckchen, wenn unser Hauszahnarzt Elias dem Kind zwei Backenzähne zieht und uns seine Rechnung präsentiert.

Habe ich heute morgen noch ausgiebig nach neuen Vorhängen geschaut, ich kann die alten Vorhänge nicht mehr sehen – the truth is … I never liked them much … bin ich einfach nur froh, dass ich nicht spontan im Shop gesagt habe: Yep, einmal nach Hause kommen, Muster bringen, ausmessen und Vertrag unterschreiben.

Ich sag ja … vorgestern, gestern und heute war alles irgendwie Halb und nicht Ganz – abgesehen von der Zahnarztrechnung in ganzen Tausender!

So. Jetzt mache ich Mundwinkelübungen, damit ich nicht Gefahr laufe, dass sie permanent unten bleiben.

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Ausschnittchen

Exklusiv für Heinrich – treue Seele – ein Absätzchen aus dem neuen Skript :-)

Wir klatschen höflich Beifall, im Hintergrund kratzt die Nadel über alte Schallplatten, an der Haustür läutet es. Fenna ist bereits gegangen, als wir noch unsere Teller füllten, ich finde es sehr zugig im Flur und will nicht zur Haustür gehen, aber Mama sieht mich an, als hätte ich die Dienstmädchenuniform an. Widerstrebend stehe ich auf und nehme mein Glas Rotwein mit zur Tür. Im Gehen nehme ich einen Schluck und öffne die schwere Eingangstür.

„So … I see what you ‘re not wearing”, sagt Jair und steht im Nadelstreifenanzug und polierten schwarzen Schuhen vor mir. In einer Hand eine winzige Tasche, in der gerade einmal mein Make-up Platz finden würde, wenn ich den neuen Lippenstift nicht mit einpacke, in der anderen Hand einen Blumenstrauß.

„Ich habe mich vor Sehnsucht nach dir verzehrt, bin über die Weltmeere gesegelt, habe Seemonster und Skorbut besiegt, Rachitis auch. Mein Schwert geschwungen, in fremden Häfen exotischen Frauen widerstanden, jeden Taler gespart, damit ich dich, meine edle Blume, endlich wiedersehen kann.“

In Wirklichkeit sagt Jair: „Babe it‘s fucking cold out here, may I come in? “