Das Muttermensch

Das Muttermensch: altersloses Neutrum. Eignet sich zur Hege und Pflege von Kindern, vielseitig im Auto, Haushalt, Garten und für Haustiere einsetzbar. Nicht geeignet zum Vergleich mit anderen Muttermenschen in freier Wildbahn, da Das Muttermensch als nebulöse Gestalt wahrgenommen wird, seitdem es das erste Mal neugierig in die Wiege geblickt hat und sich der Nebel auch nach 13 Jahren nicht lichtet. Auch nicht nach 18. 20. 34. 56 …

Neugierig frage ich gestern Abend Jaime, wie seine erste Gitarrenstunde verlaufen ist und wer außer dem 6. Klässler noch teilgenommen hat.

“This really old woman.” “Yeah?” “Yes, a really old woman, probably 49 or so.” “Ehem, ich bin nur X Jahre jünger.” “So? Honestly, she is reeeallyyy old.”

Mythbusterei

In Australien schein immer die Sonne. Auch nachts. In Australien ist es immer heiß. Auch nachts.

Genau!

Was man auf dem Foto nicht sehen kann, sind meine sich selbst freilaufen lassenden Hasen, die im Rettungsboot an der Veranda vorbei paddeln.

Die Australier sind total freundlich.

Genau!

Besonders auf Schulparkplätzen, wenn sie mit hausgroßen Autos angerollt kommen und wegen der Größe ihrer Autos eingebautes Drängeln mit Scheuklappenblick haben und ihre Kinder als Learner fahren lassen und ihnen entzückende Beispiele fürs Leben sind. Fick dich selbst!

Die Schuluniformen sind eine tolle Sache und kosten weniger, als Zivilkleidung.

Genau!

Eine dünne (Regen)jacke in Schulfarben mit Schulemblem für 86.50 $. Come again?

Samstagabend beim Mexikaner. Essen für drei Personen mit Getränken: 60 $

Peanut munchers

von Aldi, esse ich in diesem Augenblick. Zum ersten Mal. Geschmacklich finde ich sie besser als m&m’s, sind nicht so sickening sweet. Farblich gleichen sie eher einem kommunistischen Produkt, dessen Farbstoffe tüchtig gestreckt worden sind. Das seltsam anmutende blässlich-blau und rot erinnert mich haargenau an die Kindermöbel, die ich in Vietnam vor einem Möbelgeschäft gesehen habe.

Lästigkeiten

Weiß ich, gibt es nicht, fühlt sich aber im Moment so an. Es gibt den Begriff Lästigkeitsprämie, das nebenbei erwähnt.

Ich habe im Moment so viele Bücher, die gelesen werden wollen, zusätzlich zwei Sachbücher (Psychologie und Gehirnfunktion) – teils aus reinem Interesse, teils in der Hoffnung etwas fürs Schreiben zu lernen – und ich kann euch sagen, die lesen sich nicht schnell. Zum Glück habe ich mir die Bücher gekauft und empfinde zumindest keinen Zeitdruck sie schnell zu lesen. Ein drittes Sachbuch in der Bücherei vorbestellt, ich würd sagen, es reicht dann auch.

Sicher ist im Moment nur eins, ich muss meine Onlinezeit drastisch reduzieren, will ich auch nur in kleinen Schritten produktiv sein. Und das Spielen kann ich mir auch abgewöhnen, dabei finde ich es sehr entspannend, weiß aber auch, dass es zusätzlich die Prokrastination fördert und damit schade ich mir selbst. Es soll ja auch noch andere Entspannungsmöglichkeiten geben.

Jetzt muss ich die Tage auch noch meinen eigenen Text zum gefühlten 347. Mal lesen und ich bin froh, wenn ich das zum Abschluss bringe.

Bei Amazon habe ich mir – und dafür trete ich mich selbst noch heute in den Hintern – es passt aber sehr gut zur Überschrift, einige Ebooks gekauft. Nie wieder! Die Tage habe ich kindle for pc auf meinen neuen Computer geladen, obwohl ich das Programm schon ewig auf dem Laptop habe. Mein Sonyreader ist aber nur auf dem Laptop installiert und das wird auch so bleiben, weil ich keine Lust habe noch drei Programme auf den PC zu installieren, damit ich ihn für den Reader benutzen kann. Nun habe ich über den Laptop die Ebooks gekauft, die sind aber auf dem Computer gelandet. Hat ne Weile gedauert, bis ich die Ahnung hatte, mal dort zu gucken, als ich nirgendwo was auf dem Laptop finden konnte. Dann musste ich alles auf den Laptop schaffen, in ein epub Format umwandeln und dann auch die richtigen Dateien zum Übertragen auf den Reader finden. Was sich als enorme Lästigkeit herausstellte, sind die Dateien nicht mit Titel oder Autorennamen bezeichnet, sondern mit Buchstaben und Zahlen und wenn man alles so geordnet hat wie ich auf dem Laptop, dann sucht man schon mal verzweifelt. Und verplempert enorm viel Zeit.

Dafür kann Amazon nichts, aber meine Zeit ist mir einfach zu wertvoll, als dass ich mich mit so einem Mist plagen möchte. Ebook kaufen, auf Reader installieren, fertig. So geht das! Kindle for pc ist gerade wieder vom Computer geflogen und Amazons ureigenes ebook Format können sie sich dahin schieben, wo die Sonne nicht scheint.

Ostern fällt bei uns komplett aus. Fällt auch unter die Überschrift. Euch trotzdem ein schönes Osterwochenende.

Grand designs

ist eine britische TV Serie in der Paare bzw. Familien historische Gebäude renovieren und für sich bewohnbar machen immer unter dem Aspekt, dass das Originalgebäude sich nach der Renovierung perfekt in die Umgebung einfügt und selbstverständlich unter Berücksichtigung vieler baulichen Auflagen. Luv, luv, luv this show.

Vorher, Teil 1

Nacher, Teil 5

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul

Ich wäre ja nicht ich, wenn ich nicht ein wenig widersprechen würde und zunächst ein typisch Deutsches: “Doch”, vom Stapel lasse. Oder: “Doch. Tut man wohl.” Oder nur ich und alle anderen sind so schlau und schweigen in der Öffentlichkeit. Vielleicht, um nicht als undankbar zu gelten, oder als ewige Nörgler, denen man nie was Recht machen kann. Nun denn erzähle ich kurz vom Hüttenwochenende am Meer …

Klingt gut, so eine kostenlose Unterkunft und dann noch am Meer. Ein Nachteil für mich als Frau, wenn ich auch nur für zwei Tage packen muss, sind all die Pflegemittel und Make-up Produkte, die ein Mann überhaupt nicht besitzt, einpacken zu müssen und die Menge bleibt immer gleich. Ob ich zwei Nächte wegfahre oder drei Wochen – tut sich nix. Nervt mich aber. Dann die Kleidung für alle Eventualitäten – zwar nichts umwerfend Tolles, eher was Praktisches, aber man kennt auch das … Wetter am Meer und besonders im Herbst ist ein wenig unberechenbar, zwar hatten wir warme und sonnige Tage, aber am Abend kühlt es dann schnell ab. Ich hasse frieren! Nicht zu vergessen diverse Vitaminprodukte auf Anraten meiner Ärztin und meine einzig richtigen Tabletten, die auch noch im Kühlschrank aufbewahrt werden müssen. Wenn ich die so oft ungekühlt hin- und herschleppe, frage ich mich auch, ob die überhaupt noch eine Wirkung haben.

Wir sind nach Lakes Entrance (auf der Seite gibt es auch ein Promovideo von der Gegend) gefahren. Drei Stunden von uns entfernt, waren wir früher auch wenigstens 2x, hätte ich nicht unbedingt wieder hinfahren müssen, aber meine Schwiegermutter und ihr Mann haben diese Cabin auf einem Campingplatz gekauft. Zwei Schlafzimmer, Bad, Küche, Wohnraum, niedliche Veranda. Wenn wir innerhalb Australiens wegfahren, bleiben wir entweder in einem Motel oder in einer Cabin auf einem Campingplatz. Preislich tut sich da kaum etwas, schon mal gar nicht während der Ferienzeit. Beides ist unglaublich teuer pro Nacht (für das, was es ist: Selbstversorgung und die Motelzimmer sehen auch irgendwie alle gleich aus).

Den Strand erreicht man nur über eine lange Brücke, was im Hochsommer sicherlich lästig ist, wenn man Stunden am Strand verbringen möchte und einige Sachen mitnehmen muss, aber an diesem Wochenende hat es mich nicht gestört, wollte ich ohnehin mehr Bewegung. Der Strand ist wirklich schön – ob du links oder rechts guckst, du siehst nichts anderes als Strand und Dünen. Jaime hatte seinen Freund Ben mitgenommen, die beiden sind tatsächlich ins Wasser gegangen, ich habe gar keine Badesachen mitgenommen. Ich sagte ja bereits, dass ich frieren hasse wie die Pest. Und steh da mal klatschnass im Wind!

Selbstverständlich habe ich mir vorgestellt, wie ich mich demnächst dort alleine zum Schreiben zurückziehen werde, im Winter am Kaminfeuer, dessen Schein mich jünger, schöner und sogar erfolgreich aussehen lässt – wenn nicht gar mysteriös, die letzten Sätze eines Kapitels schreibe (ist gar kein Kamin vorhanden), sich ein gesundes und herzhaftes Sandwich zum Lunch auf wundersame Weise auf einem Teller mit ästhetisch angerichteter Garnierung, materialisiert und ich mich überhaupt nicht Frage, ob das Gemüse auch wohl gut abgespült worden ist, bevor ich es zum Mund führe. Mein Surfyhaar liegt abends wunderbar. Ich binde mir ein Hippietuch farblich passend zu meiner Augenfarbe und dem Sweatshirt (ich besitze nicht ein einziges Sweatshirt oder Hippietuch) ins Haar und nippe tief in Gedanken versunken in einem urgemütlichem Restaurant mit Meeresblick an einem Glas Rotwein und knabbere mich durch einen Berg Meeresfrüchte, die ich geschickt aus diversen Schalen pule und mich vor gar nix ekel. Zum krönenden Abschluss des Tages sitze ich nach Sonnenuntergang bei Kerzenschein auf der rustikalen Veranda, höre das Meeresrauschen und rauche einen Joint. Oder trinke ein Glas besten Whisky. Auf keinen Fall schnöden Tee, heißen Kakao und grünen Tee schon mal gar nicht. Den können die Chinesen behalten! Selbstverständlich habe ich kurz darauf die besten Ideen seit Autorengedenken und tippe bis zur Erschöpfung und zum Morgengrauen, den ich mit Yogaübungen begrüße. Schlaf brauche ich nicht.

Yeah. Right!

… to be continued …

Freakunfall

Ich weiß schon, warum ich steinalte Menschen ungern im Auto fahren sehe und möglichst weiträumig Abstand von ihnen halte.

Gestern erfahren wir, dass die Tante meines Mannes – Mittachtzigerin – von ihrem Lebensgefährten auf deren Auffahrt mit dem Auto angefahren worden ist. Mehrere Knochenbrüche, Kopfverletzung, extrem Hautabschüfungen, weil sie zu allem Unglück noch mitgeschleift worden ist. Ob sie auch innere Verletzungen hat, wissen wir noch nicht. Die Polizei hat ihm die Autoschlüssel abgenommen und Fahrverbot erteilt – das nur am Rande.

Ich verstehe die Uneinsicht alter Menschen einfach nicht. Wer sich nicht mehr vernünftig umdrehen kann, wessen Sehkraft und Gehör eingeschränkt ist, gehört nicht hinters Lenkrad!

Was für ein Albtraum – auch für den Unfallverursacher.

Veröffentlicht unter Leben